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Praktikum Bericht

Bericht vom Praktikum Nr.148 in Orginalfassung, so wie er den Schülern im Internet (passwortgeschützt) zur Verfügung steht. Hier erhalten Sie einen Einblick in die Praxis des Tierheilpraktikers. Um die Ladezeiten für die Bilder zu verkürzen, haben wir eine geringere Auflösung gewählt.

Therapie der Bursitis

Homöopathische Mittel
Gut wirksam!! Apis D3-D6, Acidum benzoicum D3-D6. Empfohlene Mittel wie Arnika, Calc. phosph., Kal. mu.r, Ruta grav., Silic., Sulf. Jod.. haben sich bei uns nur wenig bewährt.

Blutegeltherapie
Gute Möglichkeit, vor allem bei Bursitiden, die eher durch ein akutes Trauma verursacht wurden. Bei Umweltschäden wie Stollenbeule oder Liegen auf hartem Boden und dadurch verursachte Bursitis präkarpalis weniger erfolgreich. Alte Piphaken erweisen sich oft als therapieresistent.

Baunscheidt
Nur bei Hygrom - Ansammlung von nicht entzündlicher Flüssigkeit in der Bursa. Es muss bis zu vier Tagen mit Schmerzen nach der Therapie gerechnet werden.

Bursitis olecrani bei einem Pony

Entzündung der Bursa subcutanea olecrani
Hier ein schönes Beispiel für die Bursitis eines erworbenen Schleimbeutels. Eigentlich sind die erworbenen Schleimbeutel häufiger irritiert durch äußere Einflüsse als die kongenitalen. Aber Schmerzen verursachen sie selten (Piphacke, Präkarpalbeule, Stollbeule - Bild links).

Diese Bursitiden sind oft von sehr großem Umfang, stören aber den Bewegungsablauf nicht und müssen oft nur als Schönheitsfehler angesehen werden.
Bei diesem Pony ist die Bursitis von heute auf morgen ohne ersichtliche Ursache aufgetreten mit typischen Zeichen einer akuten Entzündung wie Schmerz und Wärme. Der Schleimbeutel war ursprünglich mit entzündlichem Exsudat gefüllt. Durch Punktion und Installierung von Kortison in die Bursa durch den Tierarzt hat der Umfang kurzzeitig sogar erheblich abgenommen, aber schon bald war der ursprüngliche Zustand wieder da. Eine Tierheilpraktikerin der ATM führte eine Blutegeltherapie mit dem Erfolg durch, dass der Umfang des Schleimbeutels um die Hälfte schrumpfte. Die Aufnahme links wurde ca. vier Wochen nach der Blutegeltherapie durchgeführt, also nachdem der Umfang erheblich zurückgegangen war. Die Besitzerin wünschte eine weitere Therapie, weil es im Anschluss an eine Blutegeltherapie nach einer Besserung zum Stillstand kam. Das Pferd war interessanterweise lahm und zeigte starke Empfindlichkeit bei der Palpation der Bursa. Die Widersetzlichkeit des Pferdes, die sich mit Steigen und Schlagen zeigte, wurde zum großen Teil auf Ungehorsam und sicherlich nicht nur auf Schmerzen zurückgeführt. Dies hielt uns von einer lokalen Therapie ab.
Das Tier erhielt Apis D12 2x tgl. über einen längeren Zeitraum.
Homöopathische Mittel wirken bei Bursitiden besonders gut, siehe experimentelle Untersuchungen zu diesen Themen im Buch „Wissenschaftliche Homöopathie“, erschienen im Haug Verlag.

Therapie:
Semen Hippocastani 25.0
Folia Ginkgo bilobae 20.0
Herba Meliloti 15.0
Herba Equiseti 15.0
Diese Drogen als Pulver 2x tgl. 40 Tage lang. Danach erneut über die Zusammensetzung der Rezeptur entscheiden.

Initialisierend für diese phytotherapeutische Rezeptur wird ein Aderlass von 8% des Blutes empfohlen. Der Umfang der Ödeme hat sich dabei nach dieser Therapie oft schon in wenigen Tagen erheblich zurückgebildet. Sollte das Ödem noch nicht überzeugend zurückgegangen sein, ist eine Blutegeltherapie durchzuführen.
Diese Blutentziehungsmethoden sind auch bei beginnender oder bestehender Elefantiasis angezeigt, wenn der Bindegewebszuwachs fortschreitet und eine Irreversibilität droht.
Bei Heilpraktikern sind homöopathische Lymphdrainage-Mittel sehr beliebt. Am häufigsten wird Lymphomyosot von Heel verordnet. Offensichtlich mit gutem Erfolg. Bei Pferden ist das zwar ein günstiges Mittel, aber kann in der Wirkung mit der Phytotherapie und den Humoralverfahren nicht mithalten.
Die manuelle Lymphdrainage ist sehr mühsam, kostet Zeit und Geld (Verband + Fahrgeld). Sie ist nur dann zusätzlich nötig, wenn irreversible Ödeme bestehen, die auf medikamentöse Maßnahmen nicht ansprechen.

Lymphödeme am Schlauch

Pferde neigen von allen Haustieren am stärksten zu Ödemen. Das komplizierte Lymphsystem besitzt ca. 8000 Lymphknoten. Das ist beispielsweise zwanzigmal mehr als bei Menschen. Die Lymphflüssigkeit entsteht nach einer Filtration des Blutes in der Endstrombahn. Die extrazelluläre Flüssigkeit wird zu 10 % durch die Lymphgefäße aufgenommen. Der Rest wird durch die postkapillaren Veniolen resorbiert. Ist der venöse Abfluss gestört, kommt es zu Stauungsödemen im Gewebe. Solche Stauungen können durch Lebererkrankungen, Hungerzustände, Parasitosen, Krebsleiden u.a. auftreten. Alle diese Erkrankungen führen zur Herabsetzung des kolloidalen Druckes durch das Fehlen von Albuminen. Eine andere Möglichkeit ist, dass die venöse Resorption, z.B. durch narbige Strikturen im Gewebe, beeinträchtigt ist.

Bei unserem Patienten handelt es sich vermutlich um eine Komplikation, die sich aus der Kastration ergeben hat.

Genauere Blutuntersuchungen auch im Albumin- und Globulinbereich brachten keinen Befund.

Die Schwellungen nach dem Stehen werden bei unserem Patienten angeblich 3-4 mal so groß wie im Bild. Sie verschwinden aber allmählich nach der Bewegung. Das bedeutet, die Gefahr einer Pachydermie ist hier nicht groß und nicht invasive Methoden werden hier ausreichen.

Unser Patient erhielt wegen der nur geringgradigen Symptome eine phytotherapeutische Rezeptur. Siehe links.

Flohallergie

Bei dem Patienten sind deutlich Licheninfikationen in den kaudalen Regionen sichtbar. Der Juckreiz ist unerträglich, in der Haut sind lineare Exkorationen, Papeln, Alopezie, sekundäre Seborrhoe vorhanden. Vom Verteilungsmuster der Veränderungen entsprach dies der allergischen Flohdermatitis (dorsal und kaudal am Rumpf liegende Effloreszenzen).

Da der Patient auch an KCS erkrankt ist, wäre die Gegensensibilisierung hier am angebrachtesten gewesen. Siehe weiter.



KCS Keratoconjunctivitis sicca

Die Ursache für diese Erkrankung liegt in der herabgesetzten Tränensekretion, die oft durch Schädigung der Tränendrüse verursacht wird (Autoimmunreaktion?).

Der zähe klebrige Schleim, der dabei entsteht, ist vor allem im nasalen Winkel ständig zu entdecken. Beim Blinzeln der Augenlider scheuert der mit Staub, Bakterien oder Toxinen beladene Schleim die Hornhaut und führt allmählich zu ihrer Schädigung. Im extremen Fall führt der Zustand zu ihrer Ulzeration. Bei unserem Patienten ist der Zustand schon eingetreten.

Der in der Cornea liegende Ulkus ist schon ohne Fluoreszein-Natrium sichtbar. Die periphere Vascularisation der Cornea ist hier undeutlich, weil gerade in dem Bereich starke Pigmentablagerungen (im Bild deutlich zu sehen) vorhanden sind. Im Zentrum der Kornea ist hier kein Hornhautödem sondern Granulationsgewebe (Pannus) sichtbar. Die konjunktivalen Gefäße, die auf der weißen Sklera deutlich zu erkennen sind, lassen hoffen, dass der Heilungsprozess fortschreitet und die Ulkusregeneration möglich ist. Die Hornhaut allerdings hat ihre Transparenz auf Dauer verloren, sodass die Sehkraft weitgehend verlorengegangen ist.

Offensichtlich hat durch das Pannusgewebe die Hornhautdicke erheblich zugenommen. Gerade durch die seitliche Betrachtung des Auges konnte man im Verhältnis zum gesunden Auge die Krümmung der Hornhaut besonders gut erkennen.

Therapie: Da der Hund auch an Atopie leidet, wurde eine GS durchgeführt.
Für das Auge sind 2x tgl. Mercur D12 und pro Tag mehrmalige Applikationen von Tränenersatzflüssigkeit empfohlen worden.

Otitis erythematosa

Bei diesem Labrador handelt es sich um Atopie. Der Juckreiz besteht im Kopfbereich und an den Pfoten. Er wurde schon mit GS behandelt - mit zufriedenstellendem Erfolg. Das Problem bereitet die Otitis. Kopfschütteln und Kratzen haben die Ohrmuschelhaut verändert. Die im unteren Bild vorliegenden Veränderungen wie Hautverdickung, Hautfelderung und Pigmentierung resultieren aus den mechanischen Irritationen. Im Gehörgang war nur wenig Cerumen und kein Exsudat.

Der Juckreiz wird also nicht direkt durch die Otitis sondern durch die Atopie unterhalten, welche den Pruritus des Gehörganges verursacht.

Therapie: erneute GS mit homöopathischer Konstitutionstherapie.

Ektropium beim Cocker-Spaniel

Bei diesem Hund können Sie ein schönes Beispiel dafür erkennen, wie eine häufige und oft harmlose, angeborene Anomalie des Augenlides zu ernsten Komplikationen führen kann. Durch das Ektropium kam es zu einer Bindehautentzündung. Diese löste den Blepharospasmus aus, der wiederum führte zum Entropium des oberen temporalen Augenlides, wodurch es zur Trichiasis kam. Letztere hat schließlich den Blepharospasmus und die Trichiasis unterhalten. Der Teufelskreis war perfekt.

Iatrogener Hyperkortizismus

Diese Form des Cushing-Syndroms kennt keine Rassendisposition. Hier haben wir es rein zufällig ausgerechnet mit einem West Highland-Terrier zu tun, der zum Cushing neigt. Dieser Hund erhielt seit 1,5 Jahren täglich Cortison und Antibiotika wegen der schon längst ausgeheilten Dermatose! Letzte Effloreszenzen, die auf eine follikuläre Pyodermie hinwiesen, hat die Besitzerin vor über einem Jahr zuletzt gesehen.
Die Vergiftung mit Cortison zeigte sich mit bilateralem Haarverlust, Polyurie und Polydipsie, Polyphagie, Hängebauch, dünner Haut und auch im Bild sichtbarer Hyperpigmentation.

Therapie: Die Cortison-Therapie absetzen. Das Antibiotikum hat die Besitzerin schon von sich aus, seit einem halben Jahr nicht mehr gegeben.

Nach dem Absetzen des Cortisons wird sich entscheiden ob das Tier überhaupt noch therapiebedürftig ist. Sollte es zu einem erneuten Ausbruch der Symptome kommen, wird eine resistenzsteigernde Therapie mit Phytotherapie, Ozontherapie und mikrobiologischer Therapie durchgeführt.

Hüftgelenksdisplasie

Extreme Außenrotation des Autopodiums durch Coxa valga.
Die Stellungsanomalie ist therapeutisch nicht beeinflussbar. Die HD wird mit Akupunktur behandelt.