Tierhomöopathie
Dieser Lehrgang unterscheidet sich von der Tierheilpraktikerausbildung dadurch, dass nur die Homöopathie als einzige Therapieart intensiv gelehrt wird.
Während der Ausbildung, die ca. zwei Jahre dauert, lernen Sie die Homöopathie so auszuüben, wie sie am effektivsten ist. Mit ihr lassen sich die spektakulärsten Erfolge erreichen. Sie ist die schonendste und perfekteste Therapie von allen biologischen, ganzheitlich orientierten Richtungen, zum Erlernen aber auch die aufwändigste.
Die fehlenden Arzneimittelprüfungen an Tieren zwingen den Tierhomöopathen, sich an den Human-Arzneimittelbildern zu orientieren, was leider anthropomorphes Denken zur Folge hat. Kein Wunder, dass dem Tier dann Faulheit, Hochmut, Unzufriedenheit mit sich selbst, Kleptomanie, Indiskretion, Aberglaube, Pedanterie, Betrug usw. zugeschrieben wird. Das sind Symptome aus veröffentlichten tierhomöopathischen Kasuistiken.
Solange nur der Tierbesitzer diese Aussagen macht, hat das keine Konsequenzen. Interpretiert der Tierhomöopath die Symptome aber so wie hier geschildert, hat er sich durch Humanrepertorien verführen lassen und kommt nicht zum passenden Mittel.
Belesene Tierhomöopathen kennen vielleicht Kasuistiken, in denen man bei Tieren sogar Analogien zu Geschwätzigkeit, Selbstmord oder Kleptomanie herstellt. Wer sich aber mit der Homöopathie beschäftigt oder beschäftigen will, wird schon nach dem ersten Seminar die Notwendigkeit der Tierpsychologie begreifen.
Bedenken Sie bitte, dass nur jemand, der in der Tierpsychologie bewandert ist, ein guter Tierhomöopath sein kann, schon allein aus dem Grunde, weil die Verhaltenssymptome in der Hierachie der homöopathischen Symptome neben den kausalen Symptomen an oberster Stelle stehen. Bei falscher Interpretation dieser Symptome ist das passende Mittel nicht zu finden.
Darüber hinaus ergibt sich für die Praktiker später die Möglichkeit, Verhaltenssymptome mit praktischer Anwendung der Lerntheorien mit der Homöopathie zu verknüpfen, um dadurch Verhaltensstörungen bei Tieren zu behandeln.
Die Tierpsychologen wissen, dass beispielsweise ein Therapieprogramm bei Neurosen oder Phobien besonders effektiv durch Applikation von Barbituraten oder Tranquillizern durchzuführen ist. Der Homöopath kann statt dieser starken Beruhigungsmittel ein homöopathisches Mittel verordnen, dessen Wirkung so tiefgreifend sein kann, dass sich die Gabe von Beruhigungsmitteln nicht nur erübrigt, sondern die neurotischen Züge dauerhaft temperiert werden. Die begeisterten Besitzer sprechen manchmal von einem ausgetauschtem Wesen bei ihren Hunden, weil sie völlig andere (normale) Verhaltensweisen annehmen.
Da es sich bei der Humanhomöopathie um rein phänomenologische Vergleiche der Symptome zwischen dem menschlichen Patienten und dem menschlichen Probanden handelt, ist die schulmedizinische Ausbildung bei den Humanhomöopathen tatsächlich entbehrlich.
Durch die Kenntnisse der Humanmedizin wird kein Homöopath bei der Ausübung seiner Arbeit besser, weil sich schulmedizinische Befunde nicht in die Methodik der Homöopathie einbinden lassen. Schließlich wurde diese vor 200 Jahren entwickelt, zu Zeiten, in denen man nichts von Bakterien oder Viren, sogar nicht einmal von Zellen und selbst nichts vom Kreislaufsystem wusste.
Bei der Tierhomöopathie sieht das aber etwas anders aus. Hier sind die schulmedizinischen Kenntnisse nützlich und zum Teil sogar sehr hilfreich bei der Suche nach dem passenden Mittel. Durch die klinische Diagnose lassen sich nämlich viele Symptome objektiveren, die sonst frei interpretiert wurden.
Um beispielsweise die Lahmheit eines Hundes mit dem Arzneimittelbild zu analogisieren, müssen wir den Ort der Erkrankung erfahren bzw. herausfinden, ob die Lahmheit auf Schmerz oder auf einer Lähmung beruht, ob sie eine “mechanische” Ursache hat oder z.B. nur Aufmerksamkeit forderndes Verhalten ist. Die Antworten erhält der Tierhomöopath nur durch die klinische Untersuchung, denn sein Patient kann ihm dies nicht vermitteln. Hier hätte der Tierarzt deutliche Vorteile, weil er die Diagnostik besser beherrscht als der Tierhomöopath.
Der Tierheilpraktiker und der Tierhomöopath behandeln selten akute Krankheiten. Ihre Patienten sind durchdiagnostiziert und austherapiert, deshalb kommen beide kaum in die Verlegenheit, selbst eine Diagnose stellen zu müssen. Hier besteht in akuten Fällen also nicht das Risiko, dass wichtige Maßnahmen ausbleiben und der Patient durch das Vorenthalten einer lebensrettenden Therapie zu Schaden kommt.
Absolventen erhalten von uns Hilfen bei der Anamneseführung. Die Anamnese mit dem Besitzer stützt sich auf über 200 Fragen, und diese wiederum beruhen auf der Symptomatik des Repertoriums. Es wird also nichts abgefragt, wenn keine Informationen, die zu dem entsprechenden Mittel führen, zu erwarten sind. Zu den Symptomen, die differentialdiagnostische Probleme bringen könnten, geben wir im Anamnesebogen Hilfen, so dass durch gezielte Fragen festgestellt wird, ob die Symptome für die Homöopathie relevant sind.
Unsere Schüler erhalten neben den Skripten auch noch Übungsbögen für die Arbeit zu Hause sowie außerdem auch das Instrumentarium für Ihre spätere Praxis - es sind Bücher wie das Repertorium und die Materia Medica. Diese lernen Sie so gut kennen, dass Sie imstande sind, innerhalb von zehn Sekunden jedes Symptom mit den dazugehörigen Mitteln zu finden. Diese Tatsache ist nicht zu ignorieren, denn Ihnen würde sicher bald die Lust auf die Homöopathie vergehen, wenn Sie sich in Ihren Büchern nicht zurechtfinden und die gesuchten Symptome erst nach Stunden finden. Das ist mit den umfangreichen Humanrepertorien bei Anfängern sogar die Regel.
Noch einmal zusammengefasst:
Die Ausbildung besteht aus drei Abschnitten:
1. Tierpsychologie
2. Schulmedizinische Fächer
3. Tierhomöopathie mit Praktika
Zu 1: Tierpsychologie
Wie unentbehrlich die Tierpsychologie für Tierhomöopathen ist, haben wir schon erwähnt. Deshalb absolvieren viele der heutigen Tierhomöopathen zuerst die Tierpsychologie, um dann anschließend die Tierhomöopathie zu erlernen.
In unserem Lehrgang bieten wir neben den Psychologieseminaren auch entsprechende Unterlagen. Dieses von uns gesteuerte Selbststudium im Bereich der Psychologie vermittelt Ihnen die Grundlagen zum Verständnis bei der Analogisierung des tierischen Verhaltens mit entsprechenden Arzneimittelbildern, die an Menschen erstellt worden sind.
Die Ausbildung bietet Ihnen gute Grundlagen, nicht nur im Bereich der allgemeinen sondern auch der speziellen Ethologie. Das ist ein bedeutender Vorteil, denn alle Tierhomöopathen müssen einen methodisch aufgezwungenen Antropomorphismus praktizieren, um auf das passende Mittel zu kommen.
Sie können optional natürlich einen Psychologielehrgang bei der ATN in der Schweiz belegen und so das komplette Wissen zur Hunde-, Katzen- und Pferdepsychologie in sehr umfangreicher Form erlernen. Sie erhalten dabei eine Ermäßigung bei der ATN auf den staatlich zugelassenen Lehrgang der Tierpsychologie.
zu 2: Schulmedizinische Themen
In der Tierhomöopathie ist die klinische Diagnose wichtig, um die Symptomatik des Tieres zu verstehen und entsprechend adäquate Symptome in der Materia Medica bzw. im Repertorium zu finden. Das bedeutet, dass der Zweck einer Diagnose in der Tierhomöopathie einen anderen Charakter besitzt als in der Tiermedizin. Er dient lediglich dazu, den Ort zu bestimmen und die subjektiven Empfindungen nachzuvollziehen sowie die Ursache der Endhandlungen zu verstehen. Darüber hinaus ermöglicht die klinische Diagnose, Synptome des Tieres korrekt zu interpretieren. Diese sind entscheidend für die Wahl entsprechender Symptome aus dem Repertorium.
zu 3: Homöopathischer Teil und Praktika
Dieser Teil ist ausgewogen zwischen Theorie und Praxis.
Der Teilnehmer wird systematisch in seinem Wissen aufgebaut, sodass die Grundvoraussetzungen zwar erwünscht, aber nicht notwendig sind.
Dieser Lehrgang umfasst ca. 440 Unterrichtsstunden und dauert zwei Jahre. Insgesamt belegen Sie 21 Wochenendseminare, davon vier zur homöopathischen Methodik und Arzneimittellehre. Darüber hinaus absolvieren Sie noch ein fünftägiges Praktikum zur Untersuchung von Hund, Katze und Pferd sowie zwei Praxisseminare mit homöopathischen Fällen.
Sie erhalten nicht nur die komplette Literatur, sondern vor allem auch echte Werkzeuge für die Praxis. Das sind die Materia Medica (das Arzneibuch) und das Repertorium.
Die Schüler üben schon während der Ausbildung die Arbeit mit diesen Werkzeugen. Hierauf sind die Tierpsychologie, die klinische Symptomatologie und schließlich auch die Anamneseführung bei uns ausgerichtet. In sich ist deshalb das Konzept komplett und voll auf die Bedürfnisse der Praktiker ausgerichtet. Dieser Lehrgang ist das Ergebnis unserer über 20-jährigen Arbeit in Praxis und Ausbildung.
Den Nahunterricht können Sie bei uns alle drei Monate beginnen. Die Seminare finden ein- bis zweimal im Monat am Wochenende von 9.00 bis 16.15 Uhr in allen größeren Städten statt.
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Welchen Gesichtsausdruck hat dieser Hund? Diese Frage beschäftigt manche Praktiker sehr intensiv. Hier ist die komplette Auswahl von Begriffen aus den Humanrepertorien, die den Tierhomöopathen täglich verführen:
nachdenklich, entmutigt, nachtrauernd, unzufrieden mit sich selbst, traurig, hat Gewissensbisse, beschämt, entfremdet, einsam, demütig, bestürzt, beleidigt, geistesabweisend, ernst, erstarrt, gedankenversunken, gefühllos, grübelnd, heuchlerisch, hilflos, idiotisch, hypochondrisch, gekränkt, launenhaft, menschenscheu, menschenfeindlich, melancholisch, meditierend, mürrisch, phlegmatisch, zurückhaltend, träge, schwermütig, schwachsinnig, sentimental, sorgenvoll, teilnamslos, trübsinnig, übermüdet, unglücklich, untröstlich, verlegen, verschlossen, verzweifelt, reserviert, suizid
Mehr als die Hälfte aller Begriffe findet man in publizierten homöopathischen Kasuistiken als Symptome, die zur Mittelfindung benutzt wurden.
Die Verhaltensbiologie verbietet jegliche interpretierenden Beschreibungen, was schon Grund genug ist, dies nicht zu tun. Abgesehen davon geht der Gesichtsausdruck dieses Hundes nicht auf seine innere momentane Stimmung zurück, sondern auf ein beginnendes Myxödem des Gesichtes mit herabgesetztem Hauttonus und Atrophie der Temporalmuskulatur. Das Ektropium der Lider führte zum Tränenfluss, deshalb ist die braune Verfärbung um die Augen herum sichtbar. Das herabhängende Augenlid hat zu insuffizienter Tränenentsorgung geführt, wodurch sich die braune Straße in der Gesichtsfalte gebildet hat. Alles ist die fortgeschrittene Folge einer Schilddrüsenunterfunktion. Also wäre dieser Gesichtsausdruck als konstitutionelles Merkmal sowieso völlig ungeeignet.
Je mehr sich der Tierbesitzer mit seinem Tier beschäftigt und es als Familienmitglied betrachtet, desto schwieriger wird die Anamnese sein. Tierhomöopathen wissen, dass Menschen, die ein starkes emotionales Verhältnis zu ihrem Tier haben, dies öfters ambivalent und antropomorph betrachten und sich daher weniger objektiv äußern. Hier hilft nur ein Semantiktest, den ein Tierhomöopath noch vor und auch nach der Anamnese mit dem Tierbesitzers durchführt. Dieser erleichtert es, die Aussagen der Besitzer zu bewerten.
Aus der Werkstatt des Homöopathen:
Hier bei dem Hund links sieht man eine depigmentierte Nickhaut als Zeichen einer länger andauernden Entzündung der Bindehaut. Diese wurde durch ein auswärtshängendes Augenlid und einen Follikelkatarrh verursacht.
Jetzt müsste sich der Tierhomöopath die paradoxe Frage stellen, welches Arzneimittel bei gesunden Menschen die gleichen Symptome erzeugen könnte, die der Hund hat. Im Sinne der homöopathischen Ähnlichkeitsregel kann dieses Mittel nämlich auch heilen.
In der Tierhömöopathie stoßen wir rasch auf Grenzen: Erstens besitzt der Mensch keine Nickhaut, und zweitens wurde dieser chronische Bindehautkatarrh durch eine sog. Expositionskonjunktivitis verursacht. Das durch schwere Lefzen verursachte herabhängende Augenlid führt zur Reizung der Bindehaut durch Staub, Trockenheit usw. Es ist also ein sog. Folgesymptom, was sich nicht mit dem AMB vergleichen lässt. Wie gehen wir mit solchen Problemen um? Diese und ähnliche Themen beschäftigen uns in diesem Studium.
Homöopathie für Skeptiker: Wenn man einem derart entspannten Pferd ein bestimmtes homöopathisches Mittel selbst in unvorstellbarer Verdünnung verabreicht, es sogar, um das Tier nicht zu beunruhigen als Inhalat zum Einatmen gibt, kann man es mit größter Sicherheit in extrem hohe Aktivität überführen. Das Mittel ist in stofflicher Form übrigens auch als Dopingmittel bekannt.

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