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Petition 61871 erfolgreich: Mindestens 77.000 Unterzeichner

Erfolgreiche Petition 61871 gegen COM(2014) 558: mehr als 77.000 Zeichnungen. Foto: behewa, Dollarphotoclub Erfolgreiche Petition 61871 gegen COM(2014) 558: mehr als 77.000 Zeichnungen.

Petition fand Unterstützer aus vielen Bereichen

Die Petition der Tierheilpraktiker-Verbände gegen den Verordnungsentwurf der EU zur COM(2014) 558 hat weit über 77.000 Mitzeichner gewonnen. Mit dem Verordnungsentwurf will die EU nicht nur den Einsatz von Antibiotika bei Tieren eindämmen, sondern zugleich eine eigene Zulassungspflicht für Naturheilmittel einführen. Die Folge davon könnte sein, dass künftig weniger Antibiotika-Alternativen zur Verfügung stehen und das Ziel des neuen EU-Arzneimittelrechts infrage gestellt wird.

Die Petition richtete sich gegen einen Vorschlag der EU-Kommission für eine Verordnung über Tierarzneimittel COM(2014) 558. Die Verordnung soll das bisher geltende Recht für Tierarzneimittel ablösen. Mit dem Entwurf verfolgt die EU u.a. das erstrebenswerte Ziel, den Antibiotika-Einsatz bei Tieren einzudämmen. In diesem Bestreben schießt der EU-Ausschuss weit über das Ziel hinaus und dreht dabei sogar die ursprüngliche Absicht ins Gegenteil, denn gleichzeitig werden auch die sinnvollen Alternativen der Naturheilkunde unnötig bürokratisiert und in der Anwendung stark eingeschränkt.

Ein Zusammenschluss des ATG (Artgerechte Tiergesundheit e. V.), in dem sich nicht nur Verbände wie z.B. der FNT (Fachverband Niedergelassener Tierheilpraktiker) und der VDTT (Verband der Tierverhaltensberater und -trainer) organisiert haben, sondern auch diverse Ausbildungsstätten und Firmen, sowie die Kooperation Deutscher Tierheilpraktikerverbände (darunter Deutsche Tierheilpraktiker Union, Verband freier Tierheilpraktier u.a.), arbeitet schon seit über einem Jahr an einer gemeinsamen Strategie um diese Verordnung in der vorliegenden Form zu verhindern. Schon seit 13 Monaten werden regelmäßig Gespräche geführt, sogar in Brüssel waren die Tierheilpraktiker.

Dieser Arbeit ist es zu verdanken, dass bereits verschiedene Organisationen und Parteien für entsprechende Änderungsvorschläge zu dieser Verordnung gesorgt haben. Ein Höhepunkt dieser Kampagne war nun die Einrichtung einer Online-Petition beim Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags. Insgesamt wurden rund 100.000 Stimmen gesammelt. Über 52.000 Zeichnungen allein online, 24.000 offline mittels Direkt-Fax oder Abgabe im Berliner Büro. Die Verbände hatten außerdem die Möglichkeit, per Listen Unterschriften zu sammeln und bekamen so zum Stichtag wohl mehr als 30.000 Stimmen zusammen. Nach Auskunft des FNT befindet sich die Petition noch in der Prüfung, d. h. es müssen doppelte Stimmen ausgesiebt, und Unleserliche aussortiert werden. Daher kann sich die Anzahl der Zeichnungen noch deutlich verändern. Aber - und das ist das Wichtigste - das Quorum ist auf jeden Fall erreicht worden.

Wie geht es jetzt weiter?

Es gibt bereits erste Reaktionen auf die Petition. So haben verschiedene Personen, die am Entwurf mitgearbeitet haben, signalisiert, dass sie die vorgebrachten Bedenken in Bezug auf den Erhalt naturheilkundlicher Therapien durchaus nachvollziehen können und hier Änderungsbedarf gesehen wird. Auch auf EU-Ebene gibt es hierzu bereits einige entsprechende Tendenzen, wie vom ATG zu hören war.

In den kommenden Wochen wird entschieden, ob es bezüglich der Petition zu einer Anhörung im Bundestag oder einem Gespräch im Petitionsausschuss kommen wird. Dies wird dem Petenten seitens des Petitionsausschusses mitgeteilt. In der Zwischenzeit werden die organisierten Verbände ihre Arbeit fortsetzen, so heißt es aus den verschiedenen Vorstandsbüros. "Es müssen alle Beteiligten weiter gründlich aufgeklärt werden um das Problembewusstsein für die vorliegende Verordnung weiter zu erhöhen", heißt es übereinstimmend.

Alle Beteiligten sind sich weiterhin einig, dass die eigentliche Idee der neuen Verordnung, nämlich die Verschreibung von Antibiotika bei Tieren einzudämmen, richtig und wichtig ist und auf jeden Fall erfolgen sollte. Allerdings ist es unerlässlich in der Verordnung Ausnahmen zu machen, da es keinen Sinn macht, hier naturheilkundliche Verfahren einzubeziehen.

So schreibt Herr Klaus Bär (Umweltinstitut München) nach Abschluss der Petition, es sei zwar wichtig, dass Arzneimittel ein strenges Zulassungsverfahren durchliefen, dass es aber umgekehrt keinen Sinn mache, Kräutertees durch ein strenges Zulassungsverfahren für Medikamente zu schicken. Er sagte außerdem, es wäre zu recht darauf hingewiesen geworden, dass gerade alternativmedizinische Behandlungen in der ökologischen Landwirtschaft und zur Vermeidung unnötiger Medikamentierung von Tieren wichtig sind. Und dass Ausnahmen für alternativmedizinische Mittel, ohne Schlupflöcher für die Pharmaindustrie, erforderlich sind. Klaus Bär hatte an den Änderungsvorschlägen für die Abgeordneten mitgearbeitet und zugegeben, das "Thema Naturheilkunde und Homöopathie selbst nicht auf dem Schirm" gehabt zu haben, als er die Vorschläge formuliert hatte.

Die Arbeit der zusammengeschlossenen Verbände hat also Früchte getragen und ein erster Erfolg ist zu feiern. Jetzt gilt es, weiterhin so auf die Beteiligten einzuwirken, dass am Ende eine Verordnung entsteht, mit der weiterhin die Therapiefreiheit erhalten bleibt.

ATM Akademie

Die ATM vermittelt ein solides Basiswissen in der klassischen Schulmedizin, eine Voraussetzung für jeden Gesundheitsberuf. Die Referenten sind Hochschuldozenten, Fachtierärzte und Humanmediziner mit erheblicher Praxiserfahrung, Tierpsychologen, Biologen und Apotheker. Erfahrene Heilpraktiker sowie anerkannte Experten aus dem Bereich der Naturheilkunde führen die Praktika im Schulungszentrum Bad Bramstedt durch.

Webseite: www.atm.de

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