Definition und allgemeine Information

Tierpsychosomatik - was ist das?

Tierpsychosomatik: Definition und allgemeine Information Tierpsychosomatik: Definition und allgemeine Information

Tierpsychosomatik: Definition und allgemeine Information

Die Psychosomatik ist die Wissenschaft von den Zusammenhängen zwischen den psychischen und somatischen (körperlichen) Krankheiten/Symptomen. Früher glaubte man, dass es beim Tier Wechselwirkungen zwischen Psyche und Körper nicht geben könne, weil Tiere weder zum Denken noch zum Fühlen fähig seien. Mittlerweile geht man auch in der Tiermedizin davon aus, dass Wechselwirkungen zwischen Körper und Psyche das Potenzial besitzen, Funktionsstörungen, Krankheiten und Verhaltensstörungen zu verursachen und die Heilung zu verhindern.

In vielen Tierheilberufen stellt dieses Wissen den Schlüssel zum wahren Verständnis einer Erkrankung dar und gibt Therapeuten ganz neue Behandlungsansätze und -möglichkeiten an die Hand.

Ihren Ursprung haben psychosomatische Erkrankungen beim Tier in der Regel im sozialen Bereich, also in der Haltung und im Umgang der Tierhalter mit dem Tier. Insgesamt ist die Tierpsychosomatik ein multi- und interdisziplinäres Fach, angesiedelt bei Biologie, Tiermedizin, Verhaltenstherapie, Neurowissenschaften, Psychoimmuno-Endokrinologie, Spezieller Ethologie, Psychologie und Anthrozoologie.

Tierpsychosomatik Ausbildung
Tierpsychosomatik Ausbildung

Mit dem Lehrgang Tierpsychosmatik hat die ATM den ersten Impuls zur Entwicklung der Tierverhaltensmedizin in der Naturheilkunde gesetzt. Der Ursprung reicht bis in die 1980er Jahre zurück: Bei der homöopathischen Anamnese begegneten uns Tierbesitzer schon damals immer wieder mit Aussagen, die die Bedeutung verschiedenster Stressoren auf die Modalitäten einer Krankheitssymptomatik hervorhoben. In unserer Tierheilpraktiker Ausbildung entwickelten wir in der Folge die Rubrik "psychogen bedingte Modalitäten". Bei vielen Verhaltensbiologen stieß das auf große Kritik, galt es ihnen doch als zu "antropomorph". Heute sieht das völlig anders aus - das Wissen ums Tier ist exponenziell angewachsen und auch die Kritiker von damals sind klüger geworden.

Tierpsychosomatik Ausbildung
Tierpsychosomatik Ausbildung
Tierpsychosomatik Ausbildung

Tierpsychosomatische Erkrankungen oder Krankheitsepisoden, die durch psychische Belastungen eine eigene Dynamik entwickeln, sind vor allem in der Hundepraxis zu finden. Möglicherweise, weil der Hund sehr viel näher mit dem Menschen lebt als jedes andere Haus- bzw. Heimtier. Bio-psycho-sozialen Belastungen, die insbesondere aus der individuellen Mensch-Tier-Beziehung resultieren, ist der Hund am meisten ausgesetzt. Deshalb hat die Tierpsychosomatik Ausbildung an der ATM einen grundsätzlichen Bezug zum Hund. Dennoch beschäftigt sich ein großer Teil der Lehrgangsinhalte auch mit anderen Tieren, darunter sogar Labor- und Wildtiere. Physiologische Gesetzmäßigkeiten sind zudem auf eine Vielzahl anderer Tiere übertragbar, deshalb ist die Tierpsychosomatik durchaus auch für Schüler interessant, die sich beispielsweise mit Pferden, Katzen oder anderen beschäftigen.

Als Tierheilpraktiker oder Tierphysiotherapeut können Sie dank der Tierpsychosomatik Ihre kurative Tätigkeit auf Verhaltensprobleme erweitern und sich einen überaus faszinierenden, sehr zukunftsorientierten zusätzlichen Arbeitsbereich erschließen.

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