Definition und allgemeine Information

Tierpsychosomatik - Was ist das?

Tierpsychosomatik: Definition und allgemeine Information Tierpsychosomatik: Definition und allgemeine Information

Tierpsychosomatik: Definition und allgemeine Information

Die ATM geht aufgrund neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse davon aus, dass Tiere eine Psyche haben und somit auch psychosomatisch erkranken können. Deshalb hat die ATM den Lehrgang Tierpsychosomatik entwickelt. Mit dem Hintergrundwissen über die Psychosomatik bei Tieren ist einerseits eine differenziertere Diagnostik möglich, andererseits lassen sich gerade psychosomatische Störungen sehr gut mit Methoden der Tierheilkunde wie Homöopathie, Phytotherapie, Akupunktur etc. behandeln. Die Ausbildung eignet sich somit als Ergänzung zur Tierheilkunde oder Tierphysiotherapie.

Tierpsychosomatik Ausbildung
Tierpsychosomatik Ausbildung

Der Lehrgang Tierpsychosomatik basiert auf den folgenden Grundsätzen und Entwicklungen:

Geschichte der Tierpsychosomatik

Erst vor wenigen Jahren hat die Annahme, dass eine wechselseitige Beeinflussung zwischen psychischen und körperlichen Erkrankungen auch bei Tieren existiert, in den Lehrbüchern der Tiermedizin Beachtung gefunden. Vor allem Dermatologen und Internisten fiel es zunehmend auf, dass bestimmte Erkrankungen beim Hund auf Stress zurückzuführen waren. Beispielsweise führten Hautkrankheiten dazu, dass sich die Hundebesitzerin oder der Hundebesitzer vom Tier abwendete, weshalb die Symptome sich noch verschlimmerten und eine Heilung unmöglich machten. Die folgende Veröffentlichung zum Thema "Psychogene Dermatosen beim Hund" seitens amerikanischer Dermatologen war sehr mutig, denn damit wurde Tieren eine Psyche klar zugestanden. In der Zwischenzeit spricht man nicht mehr nur generell von Stress beim Tier, sondern differenziert zwischen Trauer, Freude, Langeweile, Frustration etc., womit die Tierpsychosomatik der Humanpsychosomatik immer näher rückt.

Tier und Psyche

Noch im Mittelalter sprach Franz von Assisi, Begründer des Franziskanerordens, Tiere als Geschwister an und behandelte sie als gleichwertige Partner. Mit Beginn der Aufklärung nahm das menschliche Denken eher naturfeindliche Züge an. So bezeichnete der Philosoph René Descartes Tiere als "seelenlose Automaten". Die Kirche hat diese Denktradition bis heute beibehalten und geht von einer Vorrangstellung des Menschen aus.

Dass Tiere jedoch nicht nur von Reflexen, Trieben und Instinkten gesteuert sind, gestehen heute viele Wissenschaftler ein. Vor allem Verhaltensforscher und Ethologen, die Tiere in der freien Wildbahn erforschten und beobachteten, trugen dazu bei, dass ihnen eine Seele und ein Bewusstsein zugestanden wurde. Hinweise darauf liefert auch die Pharmakologie. Anhand von Diagnosis ex juventibus (=Diagnose über den Heilerfolg) hat man auch bei Tieren seelisch bedingte Erkrankungen durch die Gabe von Psychopharmaka heilen können. Dies spricht dafür, dass die Ursache für pathologische körperliche Symptome bei Tieren auch psychische Probleme sein können und damit eine Behandlung derer zur Heilung führen. An der Klassifikation psychischer Krankheiten bei Tieren, analog zum Humanbereich, wird derzeit viel geforscht.

Der grösste Fehler bei der Behandlung von Krankheiten ist, dass es Ärzte für den Körper und Ärzte für die Seele gibt, wo doch beides nicht voneinander getrennt werden kann. - Platon

Tierpsychosomatik Ausbildung
Tierpsychosomatik Ausbildung
Tierpsychosomatik Ausbildung

Selbst wenn die menschliche und die tierische Psyche wohl viele Ähnlichkeiten haben, sie unterscheiden sich auch in vielen Punkten. Einer der wichtigsten ist, dass Menschen über ihre psychischen Zustände Auskunft geben können. Zwar haben auch Tiere ein grosses Repertoire an emotionalen Ausdrucksweisen, doch der direkteste, der verbale Kanal, entfällt hier. Besitzerinnen und Besitzer können aufgrund von Beobachtungen und einer engen Beziehung ihr eigenes Tier oft gut lesen und interpretieren. Andererseits ist der Ursprung für psychosomatische Störungen oft gerade im sozialen Bereich beziehungsweise in der Haltung eines Tieres zu finden. Im Bereich Tierpsychosomatik ist der Hund deshalb auch die am besten erforschte Tierart.

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