Tierphytotherapie Ausbildung

Tierphytotherapie Ausbildung

Tierheilpraktiker mit der Spezialisierung auf Phytotherapie (Kräuterheilkunde)

Neu! Kräuterheilkunde Selbststudiengang für Tierärzte und Tierheilpraktiker!
Kräuterheilkunde Selbststudiengang Informationen

Zur Geschichte der Tierphytotherapie

Die Kräuterheilkunde beschäftigt sich mit der Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten des Tieres durch Pflanzen, Pflanzenteile und deren Zubereitungen. Vermutlich haben unsere Urväter durch die Suche nach essbaren Pflanzen nach und nach zuerst giftige, dann aber auch heilende Eigenschaften einzelner Pflanzen herausgefunden.

Keine Therapiemethode verfügt über eine längere Tradition und umfangreichere Erfahrungsberichte als die Kräutertherapie. Zu den ältesten Schriften der Pflanzenheilkunde gehört SHENNONG (“Göttlicher Landmann”), der vom chinesischen Kaiser 3700 v.Chr. geschrieben wurde und ca. 200 Heilpflanzen seiner Heimat beschreibt. Aus Ägypten stammt das “PAPYRUS EBERS”, eine Rezeptsammlung von um 1500 v.Chr.

Eine der ersten tiermedizinischen Werke, die schon ausführlich Pflanzen als Arzneimittel bei Pferden empfehlen, waren Corpus Hippiatricorum Graecorum und Mulomedicinia Chironis (beide stammen aus dem 4. Jahrhundert n.Chr). sowie Ars veterinaria sine Mulomedicina von Vegetius Renatus aus dem 5. Jahrhundert n. Chr.

Pflanzen waren in der Veterinärmedizin seit deren Beginn die am häufigsten verordneten Arzneien. Erkenntnisse zur Wirkung stützten sich ausschließlich auf Empirie, bevorzugt wurden hohe Dosen und drastisch wirkende Pflanzen, deren Applikation zum Teil gewaltsam geschah.

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“Welches Roß ein siches Haupt hat oder das gestört oder fast von Sichtum krank ist, der nehme Rettich, wohl gedörrt, und Zittwer zu gleichen Teilen und mache es zu Pulver und mische das mit Wein und gieße es dem Roß in den Hals. Und halt ihm die Nasenlöcher zu, bis ihm der Eiter vollends herausläuft. Und wenn die Nasenlöcher nicht mehr rinnen, so ist es gesund.” (Aus Meister Albrants Rossarzneibuch)

Die moderne Pflanzenheilkunde knüpft zwar an die alten Überlieferungen an, stützt sich aber im Wesentlichen auf die naturwissenschaftlich abgesicherte Pflanzenheilkunde. Sie verfügt über keine eigene Methodik wie die Homöopathie oder die Akupunktur. Hier spielt die Jahrtausende lange Erfahrung eine große Rolle. Heute geht man neben der Empirie einen anderen Weg bei der Suche nach geeigneten Pflanzen. Man verknüpft Erkenntnisse über die Wirksamkeit der Pflanzeninhaltsstoffe, deren chemische Zusammensetzung bekannt ist, mit der Ätiologie und Pathogenese der Krankheit. Voraussetzung dafür sind gute Kenntnisse der Pflanzen und Krankheiten – und das ist genau der Schwerpunkt dieses Lehrgangs.

In diesem Ausbildungsgang werden die schulmedizinischen Themen wie Anatomie und Krankheiten besonders umfangreich gelehrt. Wem das liegt, der kommt sicherlich auf seine Kosten.

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Tierphytotherapie Heute

Ein Phytotherapeut für Tiere arbeitet nicht invasiv, weil er lediglich Kräuterrezepte für Tiere zusammenstellt. Deren Applikation führt der Betreuer des Tieres über einen längeren Zeitraum selber durch. Lediglich Wickel, Verbände, Kataplasmenanwendung, Colontherapie mit Klysmen, Wundtherapie oder Kräuterstempel muss der Therapeut selbst direkt am Tier ausüben, da der Tierbesitzer damit überfordert wäre.

Die Kräuterheilkunde wird in der heutigen Naturheilkunde noch unterschätzt. Die pflanzlichen Arzneien liegen jedoch immer mehr im Trend und von Jahr zu Jahr steigt der Umsatz mit Kräuterpräparaten. Diesen Trend haben auch die Hersteller der Fertigarzneien in der Tiermedizin erkannt und die Zahl der Kräuterfertigarzneien steigt auch hier rapide.

Der Nachteil dieser Arzneimittel besteht darin, dass sie nicht auf einzelne Individuen abgestimmt sind. Sie bieten Pauschalrezepte für Pauschalkrankheiten, die es eigentlich nicht gibt.

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Ein Phytotherapeut hat den Vorteil, dass er imstande ist, für das kranke Tier als seinen Patienten eine sinnvolle und speziell zugeschnittene Rezeptur zusammenzustellen. Hierbei kann er einerseits unterschiedliche Symptomenausprägungen und andererseits auch konstitutionelle Merkmale der Tiere berücksichtigen. Somit wird nicht nur die Krankheit sondern auch der Kranke der Krankheit behandelt – und genau das ist mit keinem Pauschalrezept zu erfüllen.

Natürlich kann der Absolvent vom seinem Wissen her auch als Vertreter für pharmazeutische Unternehmen arbeiten, die Kräuterpräparate herstellen. Kompetentere Fachkräfte auf diesem Gebiet finden sich auf dem Markt nur schwer.

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Tierphytotherapie Ausbildungsinhalte

Die Pflanzenheilkunde für Tiere besteht aus Themen wie Anatomie und Physiologie der Haustiere sowie aus der Krankheitslehre als Grundlage.

Zusätzlich gehören noch folgende Bereiche dazu:

  • Botanik
  • Phytochemie (Chemische Struktur der Inhaltsstoffe von Heilpflanzen)
  • Pharmakognosie (Erkennung und Bewertung der Arzneipflanzen und Drogenkunde)
  • Phytopharmakologie (Lehre von den Wirkungen der Arzneipflanzen)
  • Phytotherapie (Behandlung und Vorbeugung von Krankheiten)

Die Ausbildung kann und muss natürlich nicht alle diese Bereiche berücksichtigen. Vielmehr werden Schwerpunkte bei den für die Praxis relevanten Themen gesetzt.

Mit der Erkennung und Bewertung der Pflanzen und Drogen (getrocknete und zerkleinerte Pflanzen) wird sich im Praktikum beschäftigt. Dieses Wissen ist auch wichtig für den notwendigen Sachkundenachweis, den Sie bei der Handelskammer erbringen müssen, um Drogen später in Ihrer Praxis unter verschiedenen Auflagen abgeben zu können.

Ebenfalls wird die Zubereitung der unterschiedlichen Darreichungssformen von Kräuterpräparaten, wie Infus, Dekokt, Mazerat, Extrakt, Tinktur, Fluid, Trockenextrakt, Pulver, Saft, Bad, direkt demonstriert und geübt.

Übrigens finden über 80% der Anwendungen im phytotherapeutischen Bereich bei Tieren mit Tees oder pulverisierten Drogen statt.

Die Therapie mit Pflanzen wird direkt im Unterricht in umfangreicher Form durchgeführt und deren Anwendung anhand zahlreicher Kasuistiken geübt. Ziel der Ausbildung ist es nicht, starre Rezepte zu vermitteln, sondern es soll die Fähigkeit geschult werden, selbst optimale Rezepturen zusammenzustellen. Nur dann ist man imstande, selbständig und nach eigenem Ermessen zu handeln und Patienten individuell zu therapieren.

Für Absolventen stehen wir bei schwierigen Fällen gerne beratend zur Verfügung. Dies praktizieren wir schon seit 20 Jahren erfolgreich. Das Gefühl, vor allem zu Beginn in der kurativen Praxis nicht alleine gelassen zu werden, ist sehr wichtig. Das wird man spätestens bei den ersten Patienten feststellen.

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Hunde reagieren bei akuten Schmerzen, z.B. bei der Diskopathie, je nach Wesen, Charakter oder Temperament entweder mit Passivität, Angst, Aggressivität oder erhöhter Aktivität, z.B. mit Unruhe, Hecheln, Winseln, Speicheln oder Übersprungshandlungen.

Plötzliche Schmerzen, die bei der Erkrankung entstehen, wirken auf einen Hund wie eine anonyme Bestrafung, der er sich nicht entziehen kann und bei der keine seiner Strategien wirkt. Dies verursacht je nach Wesen neue Symptome oder neue Beschwerden, die dann psychosomatischen Charakter besitzen. Das können z.B. Erbrechen, Durchfall, Stuhldrang, Hautpyodermie, Hartspann, Infektanfälligkeit, ein Schub von Atopie oder eine Autoimmunerkrankung sein.

Diese Vielfalt an Reaktionen bei Tieren zeigt, dass jede Rezeptur nach einer individuellen Beratung noch genauer auf den Patienten abgestimmt werden kann.

Handelt es sich um eine chondrodystrophische Rasse, wird anders vorgegangen, als bei muskelschwachen oder adipösen Hunden. Genau diese individuellen Unterschiede kann der über entsprechende Kenntnisse verfügende Phytotherapeut berücksichtigen.

Für Katzen ist diese Therapie wegen der geringeren Akzeptanz der Kräuter weniger geeignet.

Bei Pferden ist der Einsatz dieser Therapieart bei fast allen Erkrankungen möglich. Besonders gute Erfolge erzielt man bei Krankheiten des Bewegungsapparates, der Atemwege, des Verdauungsapparates und bei der Verhaltenstherapie. Allerdings ist der Einsatz bei Tieren, die der Lebensmittelgewinnung dienen, mit starken Einschränkungen verbunden. Hier sind die Kenntnisse der Arzneimittelvorschriften für Tiere besonders wichtig. Aus diesem Grund werden diese Themen bei der Ausbildung natürlich besonders berücksichtigt.

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Sonderforn der Phytotherapie Aromatherapie

Auch diese Sonderform der Phytotherapie ist Gegenstand der Ausbildung. Hierbei wird die innerliche Anwendung bewusst ausgeschlossen. Dies hat aber nichts mit Esoterik zu tun und wird bei uns auch als Teil der Phytotherapie unterrichtet.

Die Aromatherapie könnte man folglich definieren als therapeutische Verwendung von Duftstoffen zur Heilung, Linderung oder Verhinderung von Krankheiten, Infektionen, Beschwerden und Unwohlsein, wobei die Duftstoffe durch Inhalation in den Körper gelangen.

Ätherische Öle haben aber Wirkungen, die in der täglichen Praxis geschickt eingesetzt werden können. Die biozide Wirkung auf Pilze und Bakterien gehören zu den wichtigsten und am besten erforschten Eigenschaften der ätherischen Öle. In der Veterinärmedizin werden sie in der letzten Zeit auch zur Abschreckung der Ektoparasiten immer häufiger eingesetzt. Gerade Pferde, die unter dem Sommerexem leiden, profitieren schon seit Jahren davon.

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Aber auch zur Bekämpfung von Endoparasiten bei Hund, Katze und Pferd wurde diese Wirkung in der Tiermedizin genutzt. Heute gilt der Einsatz dieser Therapie in dem Bereich als nicht mehr zeitgemäß.

Dank wissenschaftlicher Studien gewinnen ätherische Öle bei der Pilzbekämpfung immer mehr an Bedeutung, vor allem bei Hefemykosen.

Neuere Erkentnisse (Dorman et al. 1993) zeigen, dass Alterungsprozesse bei Tieren wirksam beeinflusst werden können. Dies verspricht Erfolge bei der Anti-Aging-Therapie bei Tieren.

Dass Rennpferde kurz vor dem Rennen aufgeregt sind und damit ihre Kräfte verpulvern, ist vielen Pferdekennern bekannt. Es wurde ignoriert, dass die Trainer schon lange um die beruhigenden Eigenschaften der ätherischen Öle wussten. Eine Sensation waren die wissenschaftlichen Studien, die bewiesen, dass diese Effekte sogar bei Anosmie genauso wie beim gesunden Riechvermögen auftreten.

Der Phytotherapeut kann großen Einfluss auf die Psyche seiner Patienten nehmen, z.B. bei Stimmungsschwankungen, Lernvermögen, Depressionen, Ängste und Unruhen. Bei der Verhaltenstherapie lassen sich die ätherischen Öle ebenfalls als positive Verstärker erfolgreich einsetzen. Tiere verknüpfen Gerüche mit bestimmten Situationen wesentlich sensibler als Menschen, deshalb eignen sie sich als Hilfsinstrumente zur Desensibilisierung bei Stressabbau und bei Phobien.

Katzen werden vom Baldriangeruch trotz einer ansonsten nur sehr geringen Akzeptanz gegenüber Phytotherapeutika stark angezogen. Die Reaktionen können aber paradox auftreten, und so kann es anstatt zu einer Sedierung zu einer Erregung mit Wälzen, häufiger Vokalisation oder irrem Blick kommen. Dieses Phänomen ist nicht geklärt, aber man weiß, dass Katzen nicht von der Isovaleriansäure sondern von einem Monoterpen-Aktinidin angezogen werden. Dieser Stoff ist auch in der Katzenminze (Nepata cataria) vorhanden. Nichts desto trotz hat Holm 1984 die Wirkung der Valepotriate auf die Katze als tranquillisierend und tymoleptisch bezeichnet.

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Umfang der Tierphytotherapie Ausbildung

Die Ausbildung beinhaltet 19 Wochenendseminare zu je 16 Stunden, drei Blöcke sowie drei Praktika. Insgesamt sind dies ca. 460 Unterrichtsstunden. In sechs unterrichtsfreien Monaten wird aus dem von uns gestellten Material nach Anweisung gelernt. Der Lehrgang berücksichtigt Hund und Pferd und nur am Rande die Katze. Details können Sie dem Anmeldeformular entnehmen.

Einzelheiten zu Preisen und Leistungen entnehmen Sie bitte dem Aufnahmeantrag.

Infomaterial

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Ein Selbststudiengang mit Begleitseminar
Prospekt - Kräuterheilkunde

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