Bewährte Therapieverfahren
Therapien in der Tierphysiotherapie und Tierheilpraktiker Ausbildung
Methodenvielfalt in der Ausbildung
Bewährte Therapieverfahren gelehrt an der ATM
Die ATM bildet hochqualifizierte Fachkräfte auf ihrem Gebiet aus. Dir steht als Tierphysiotherapeut oder Tierheilpraktiker eine Vielzahl bewährter Therapieverfahren zur Verfügung, die du während deiner Ausbildung erlernen kannst. Seit dem 29. September 2022 dürfen Tierheilpraktiker und Tierhomöopathen wieder alle zugelassenen homöopathischen Heilmittel zur Therapie von Tieren einsetzen. Das im Januar 2022 in Kraft getretene neue Tierarzneimittelgesetz (TAMG) hatte das zunächst verboten. Das angerufene Bundesverfassungsgericht erklärte den entsprechenden Artikel des TAMG §50 jedoch für verfassungswidrig.
- Lasertherapie
- Bioresonanz
- Mykotherapie
- Vitalhonig
- Meridiantherapie
- Elektrotherapie
- Symbioselenkung
- Heilerde
- Triggerpunkte & Dry Needling
- Hautreizverfahren
- Farblichttherapie
- Aderlass
- Lasertherapie
- Kneipp- und Wickelverfahren
- Unterwasserlaufband
- Aromatherapie
- Lymphtherapie
- Stoßwellentherapie
- Schröpfen
- Magnetfeldtherapie
- Reflexologie
- Kinesiologie
- Kinesiologisches Taping
- Isometrische Übungen mit Clickertraining
Therapien mit umfangreicher Methodik
Homöopathie
„Ähnliches wird durch Ähnliches geheilt“. Der deutsche Arzt Samuel Hahnemann ist der Begründer der Homöopathie, einer Therapieform, deren Wirkung auf eben dieser sogenannten Simile- oder Ähnlichkeitsregel beruht. In der Tierhomöopathie müssen aber noch besondere Aspekte mit berücksichtigt werden.
Phytotherapie
In der Phytotherapie, der therapeutischen Anwendung von Pflanzen, können wir zwischen der traditionellen Kräuterheilkunde früherer Jahrhunderte und der evidenzbasierten Phytotherapie aus Sicht der heutigen Schulmedizin unterscheiden. Aber es gibt noch einen dritten, einen Mittelweg. Diesen Weg beschreitest du in der Tierphytotherapie der ATM.
Akupunktur
Die Akupunktur und mit ihr die Tierakupunktur ist eine der ältesten Heilmethoden der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Ihre Anwendung bedarf eines grundlegenden Verständnisses der aus westlicher Sicht andersartigen Betrachtungsweise der TCM auf den Organismus und dessen Interaktion mit der Umwelt.
Technisch gestützte Verfahren
Bioresonanz
In der Bioresonanztherapie geht man davon aus, dass der Organismus von einem eigenem, für ihn typischen elektromagnetischen Frequenzfeld umgeben ist.
Man unterscheidet „physiologische“ elektromagnetische Muster, die empirisch an gesunden Menschen und Tieren ermittelt worden sind, sodass man davon abweichende als pathologisch interpretiert. Anhand von Statistiken und Erfahrungen konnten bestimmte Muster manchen Krankheiten zugeordnet werden. Diese krankhaften Muster versucht man in der Bioresonanztherapie mit technischen Geräten in physiologische Frequenzen umzuwandeln. Die ATM verfügt in dem Bereich über nicht so viel Erfahrung, sodass diese Therapie ausgelagert ist und von der Firma Rayonex Biomedical in der Theorie und Praxis unterrichtet wird. Diese aufwändigen Seminare werden vor Ort für die Schüler der ATM kostenfrei durchgeführt.
Elektrotherapie
Die Anwendung des elektrischen Stroms zu medizinischen Zwecken bietet vielfältige Einsatzmöglichkeiten in der Tierheilkunde.
Große Bedeutung hat sie in der Schmerztherapie bei akuten und chronischen Erkrankungen des Bewegungsapparates. Auch physiotherapeutisch ergeben sich viele Anwendungsmöglichkeiten. Muskeltraining und Muskelaufbau stehen im Vordergrund des Kurses, der aus einem Live-Online-Seminar, mehreren fachpraktischen Live-Meetings sowie praktischen Vorführungen und Übungen am Gerät im Präsenzpraktikum besteht.
Neben den orthopädischen Schwerpunkten eignet sich die Elektrotherapie ebenfalls zur Unterstützung allgemeiner Erkrankungen, wie beispielsweise der COB (chronisch obstruktive Bronchitis) des Pferdes oder der Harninkontinenz der Hündin. Hierbei liegt der Schwerpunkt auf der Stärkung der beteiligten Muskulatur (Atemmuskulatur/Schließmuskel der Harnblase). Um die Wirkung dieser Therapie zu verstehen, müssen bestimmte Themen vermittelt werden. Dies sind zum einen die physikalischen Grundlagen zum Thema Elektrik, als auch die anatomischen und physiologischen Grundlagen bezüglich des Aufbaus und der Funktion des Nervensystems und der Muskulatur.
Dem Symptom Schmerz wird besondere Bedeutung zugemessen. Entstehung, Verarbeitung und Therapie des Schmerzes werden ausführlich dargestellt. Indikationen und Kontraindikationen der Elektrotherapie werden besprochen. Die Einsatzgebiete „Schmerztherapie“ und „Muskelaufbau“ unterscheiden sich deutlich bezüglich der physikalischen Parameter der Elektrotherapie. Aufgrund dieser großen Unterschiede werden die Wirkungsmechanismen zu den Themen „Schmerztherapie“ und „Muskelaufbau“ im Einzelnen ausführlich besprochen.
Im Themenkomplex „Schmerztherapie“ liegt der Schwerpunkt auf der „Transkutanen Elektrischen Nervenstimulation (TENS). Physikalische Parameter, Indikationen und die praktische Anwendung werden genau dargestellt. Im Themenkomplex „Muskelaufbau“ liegt der Schwerpunkt auf der „Neuromuskulären Elektrischen Nervenstimulation“ (NMES). Auch hier werden die physikalischen Parameter, Indikationen und die praktische Anwendung detailliert beschrieben. Gerätekunde sowie praktische Anwendungen aus der Praxis runden das Programm des Kurses „Elektrotherapie“ ab, der für Schüler des Tierphysiotherapie-Lehrgangs vorgesehen ist.
Farblichttherapie
Das Licht wird sowohl als elektromagnetische Welle, als auch in der Quantenphysik als Teilchen aufgefasst, damit ist Licht auch Energie und Informationsträger.
Das gesamte sichtbare Lichtspektrum liegt zwischen 380 nm bis 750 nm und wird durch den Farb- oder Buntton einer Spektralfarbe repräsentiert. Je nach Wellenlänge ist die Energiedichte und Durchdringungstiefe des Farblichts unterschiedlich, was sich bei der therapeutischen Anwendung zunutze gemacht wird.
Wie alle therapeutischen Themen bei der ATM werden auch diese in einem Paket aus Live-Online-Seminar, fachpraktischen Live-Meetings mit dem Referenten mit anschaulichen Beispielen und praktischer Vorführung vermittelt.
Es wird sowohl die Lichtaufnahme über das Auge und dadurch seine Beeinflussung des vegetativen Nervensystems beschrieben als auch das Auge selbst.
Du beschäftigst dich mit Farben, ihren Beziehungen zueinander, der Historie der Farblichttherapie und den jeweiligen Farbbedeutungen.
Mögliche Erklärungsansätze zur physiologischen Wirkung der Farben werden im Live-Online-Seminar behandelt aufgegriffen und in fachpraktischen Live-Meetings gemeinsam eingeordnet.
Du erhältst Einblick in die verschiedenen Möglichkeiten der Anwendung von Farblichttherapien wie Spektro-Chrom oder die Farb(aku)punktur. Näher eingegangen wird dabei auf zwei Persönlichkeiten, die maßgeblich an der Farblichttherapie gearbeitet haben. Du findest auch in den Begleitunterlagen die Spektro-Chrom-Behandlung nach Dinshah P. Ghadiali mit all seinen Anweisungen, Bestrahlungstechniken und Farbeigenschaften. Außerdem erhältst du Informationen über Peter Mandel und seine Farb(aku)punktur.
Ebenfalls wird auf Komplikationen in der Anwendung von Farblicht eingegangen, aber auch über deren Kombinationen mit anderen Therapeutika informiert.
Lasertherapie
Unter dem Begriff LASER (Light Amplification by Stimulated Emission of Radiation) werden erstmal alle Geräte zusammengefasst, …
… die Lichtstrahlen / Wellen mit ganz spezifischen Eigenschaften (Parallelität, Monochromasie, Kohärenz) emittieren. Was diese Eigenschaften bedeuten, welche Wirkung sie im Körper und in der Zelle entfalten können und in welchen Bereichen Low-Level-Laser in der Tiermedizin eingesetzt werden, wird im zugehörigen Live-Online-Seminar, in fachpraktischen Live-Meetings ausführlich behandelt. Schließlich wird ein Überblick über verschiedene Arten von Therapielasern, deren Vor- und Nachteile je nach Einsatzgebiet, Sicherheitshinweise und Kontraindikationen gegeben. Neben dem theoretischen Wissen werden in diesem Kurs auch praktische Anleitungen für die Lasertherapie am Tier gegeben. Der Tierheilpraktiker setzt Laser ein, um Schmerz und Entzündung zu bekämpfen, aber auch bei Wundheilungsstörungen und Hauterkrankungen. Eine sinnvolle Möglichkeit, vor allem im Bereich der Kleintierpraxis ist die Nutzung des Lasers anstatt der Nadel bei einer Akupunkturbehandlung.
Stoßwellentherapie
Stoßwellen sind mechanische akustische Druckimpulse, die beispielsweise als eine Druckwelle nach einer Explosion oder bei Übertritt eines Flugzeugs in Überschallgeschwindigkeit zu beobachten sind.
Durch medizinische Geräte erzeugte Stoßwellen lassen sich präzise an Orte des Krankheitsgeschehens bringen und deren Energie vor Ort exakt dosieren. Durch entsprechende Durchdringstiefe und präzise Applikation können sie im orthopädischen Bereich eine große Hilfe für Physiotherapeuten sein.
Im Live-Online-Seminar, in fachpraktischen Live-Meetings und in den Präsenzpraktika erhältst du Einblicke in die extrakorporale Stoßwellentherapie, kurz ESWT, bei Pferden und Hunden. Eine Anwendung bei anderen Tierarten ist grundsätzlich möglich, kommt jedoch seltener vor.
Im Live-Online-Seminar werden die physikalischen Eigenschaften der ESWT sowie die technische Durchführung einer Behandlung besprochen und demonstriert. Die praktische Umsetzung wird am Beispiel eines fokussierten Gerätes mit hydroelektrischer Erzeugung vorgestellt und geübt.
Neben der Differenzierung zwischen radialer und fokussierter Stoßwellentherapie wird auch der Einsatz der Magnetfeldtherapie vergleichend betrachtet.
Die biologischen Effekte auf Zellen und Gewebe werden im Live-Online-Fachunterricht und in fachpraktischen Meetings anschaulich behandelt, gemeinsam eingeordnet und mit Blick auf die praktische Anwendung besprochen. Besondere Berücksichtigung findet dabei der Einfluss von Gewebemediatoren auf den biologischen Wirkungsmechanismus von Stoßwellen.
Die Grundlagen der allgemeinen Entzündungspathologie sowie Muskel-, Sehnen- und Gelenkerkrankungen werden im Unterricht fachlich aufgegriffen und gemeinsam eingeordnet. Neben beispielhaften arthrotischen Erkrankungen werden auch das myofasziale Schmerzsyndrom und die myofasziale Triggerpunkttherapie behandelt. Besonders hervorgehoben wird hierbei die Behandlung dieser Erkrankungen mittels der ESWT. Unterschieden werden Behandlungen mittels fokussierter und radialer Stoßwelle sowie deren Kombination.
Die Therapie mittels ESWT bedarf einiger Erfahrung. Die bei den Therapievorschlägen gewählten Einstellungen (Frequenz, Energie, Anzahl der Stöße und Behandlungen) verstehen sich als Empfehlungen. Sie geben Erfahrungswerte ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit wieder.
Zahlreiche Fallbeispiele ermöglichen den Transfer von der Theorie in die Praxis. Eine ESWT sollte immer individuell für das zu behandelnde Tier und die zugrundeliegende Erkrankung angepasst werden.
Eine vergleichende Betrachtung zwischen Stoßwellen- und Magnetfeldtherapie soll die Synergien, aber auch die Vor- und Nachteile der einzelnen Verfahren aufzeigen.
Magnetfeldtherapie
Die pulsierende Magnetfeld-Therapie ist eine ganzheitliche und ganzkörperliche Therapieform, die über den gesamten Organismus angewandt wird.
Sie zählt zu den physikalischen Therapien und wird unterstützend zur Manualtherapie eingesetzt. Das veterinärmedizinische Behandlungssystem erzeugt ein pulsierendes elektromagnetisches Feld, welches durch den kompletten Körper schwingt. Die Sauerstoffsättigung im Blutkreislauf wird erhöht und der Stoffwechsel gesteigert. Die magnetischen Wechselfelder regen die Selbstheilungskräfte an und wirken u.a. schmerzlindernd, abschwellend und regenerativ.
Das Einsatzgebiet ist breit gefächert: es beginnt bei der Prävention und Akutmedizin bis hin zur OP-Nachbehandlung, Rehabilitation, Sportphysiotherapie und Wellness.
Zahlreiche Live-Online-Seminare ein mehrtägiges Präsenzpraktikum zu physikalischen Therapien vermitteln die jeweiligen Therapieformen, ihre Einsatzmöglichkeiten sowie Indikationen und Kontraindikationen.
Unterwasserlaufband
Die unter Kontrolle eines Therapeuten durchzuführende Therapie mit Hilfe eines Unterwasserlaufbands kann den Patienten helfen, …
… die volle Funktion nach einer Verletzung oder Erkrankung der Muskeln, Sehnen, Bänder, Knochen oder Nerven schneller wieder zu erlangen. Darüber hinaus verbessert sie die Muskelkraft und den Bewegungsradius der Gelenke und ermöglicht ebenso eine Gewichtsreduzierung.
Aufgrund der besonderen Eigenschaften des Wassers ergeben sich bei der Aquatherapie Vorteile gegenüber der Bewegung außerhalb des Wassers, denn der Auftrieb des Wassers ermöglicht eine frühe Mobilisation.
Darüber hinaus führt das Training mit dem Unterwasserlaufband, bedingt durch das vom Auftrieb erzeugte verminderte Körpergewicht, zu einer deutlichen Schmerzlinderung. Patienten, die aus orthopädischen Gründen beeinträchtigt sind, brauchen die Bewegung, um die Durchblutung zu fördern. Der Heilungsprozess wird so beschleunigt.
Hierfür ist die Bewegung erforderlich, denn sie mobilisiert die betroffenen Gelenke, löst Verspannungen und kräftigt die gelenkumgebende Muskulatur. Gleichzeitig wird aber für die Schmerzlinderung auch eine Entlastung der Gelenke benötigt. Aufgrund der physikalischen Eigenschaften ist eine optimale Kombination von Bewegung und Entlastung möglich. Der Teufelskreis aus Schmerz, Inaktivität, Immobilisation und vermehrter Funktionseinschränkung kann so durchbrochen werden.
Im Live-Online-Fachunterricht und im fachpraktischen Seminar zur Anwendung wird der Umgang mit dem Gerät geschult und zugleich Orientierung für eine mögliche Anschaffung gegeben.
Reflexgestützte Therapien
Reflexologie
Dieser Begriff ist doppelt besetzt, einerseits durch Pawlow und Bechterew, die sich vor allem in der Verhaltensbiologie mit den bedingten Reflexen und der Konditionierung beschäftig haben.
Andererseits wird unter Reflexologie auch die Lehre über die Hautsegmentierung und das Phänomen des übertragbaren Schmerzes verstanden. Diese Verknüpfung zwischen der Haut und den viszeralen Organen, aber auch den Muskeln, den Faszien und dem Skelett ist durch das neuronale Netzwerk erklärbar und wird in der Diagnostik und Reflexzonen-Massage praktisch genutzt. Die reflektorischen Verbindungen sind speziell im Bereich des Rumpfes nachweisbar und als die Head’schen Zonen bekannt. Aufgrund der unterschiedlichen Zahl der Wirbel bei Menschen und Tieren sind die Segmente unterschiedlich topografisch verteilt. Kenntnis der Segmente, die sich sehr ähnlich mit den Zustimmungspunkten der Akupunktur decken, ist eine Voraussetzung, um verschiedene Massagetechniken, Schröpfen, Hautreizverfahren oder Stimulationen aller Art nach Diagnose und Bedarf einzusetzen. Deshalb ist das Skript eine theoretische Grundlage für alle Physiotherapeuten, die sich mit verschiedenen Techniken der Haut und Muskelstimulation praktisch auseinandersetzen.
Schröpfen
In diesem Kurs, bestehend aus Live-Online-Fachunterricht und fachpraktischen Live-Meetings geht es zunächst um die lokale Wirkung von Unterdruck auf das Gewebe, insbesondere auf Haut und Bindegewebe.
Der Unterdruck wird durch Erhitzung der Luft in Schröpfgläsern erzeugt und auf die Haut gesetzt, was ein sog. Extravasat erzeugt. Die Reaktion des Körpers auf dieses „Hämatom“ führt zu verschiedenen gewünschten systemischen Reaktionen, die gezielte ferne Wirkung dagegen erfolgt über den kutiviszeralen Reflex. Die Durchführung dieser Therapie in ihrer hier beschriebenen klassischen Form wird bei Tieren durch die Haare erschwert. Deshalb bedienen sich die Tiertherapeuten technischer Geräte, die das Problem elegant lösen. Je nach Indikation und gewünschter Wirkung wird blutig und trocken geschröpft sowie eine Saugmassage durchgeführt. Letztere hat eine wesentlich effektivere Wirkung auf die tiefere Durchblutung als die klassische Massage. Schröpfen gehört zu einem der ältesten Verfahren und wurde auch bei Tieren schon im Altertum ca. 3000 Jahre vor Christus betrieben. In der Antike war die zugrunde liegende theoretische Erklärung der Wirksamkeit des Schröpfens die Säftelehre. Heutige wissenschaftliche Erklärungen finden sich im Bereich der Endstrombahn und der Stimulation der Fibroblasten des Bindegewebes, die vermehrt Matrixproteine bilden. Diese Methode ist vor allem für das Pferd geeignet. Hier finden sich auch mehr Indikationen für verschiedene Formen des Schröpfens als in der Kleintierpraxis.
Hautreizverfahren
Über Jahrhunderte hinweg war speziell die Haut im Fokus der Pferdeheilkunde. Sie war der Ort für die Anwendung unterschiedlicher Hautreizverfahren.
Die ältesten Methoden, die wir kennen, wurden in dem Hautbereich angewendet, der unmittelbar über der erkrankten Stelle lag. Zum Beispiel bei der Erkrankung Spat über dem Sprunggelenk oder rund um das Fesselgelenk bei Schale.
Die Pferdemediziner der Vergangenheit handelten stets nach dem Motto: „Viel hilft viel“. So wurde das Brennen, Blistern und Kauterisieren zu beliebten Techniken. Später kamen moderatere Maßnahmen hinzu, wie z.B. Baunscheidtismus, Cantharidenpflaster.
Mit der Etablierung der ersten Tiermedizinischen Schulen haben sich die Tierheilkundler von so manchen Methoden abgewandt. Hierzu zählten die Therapie der Fontanellen und der Mikroaderlass. Aber auch heute noch werden weltweit Anwendungen mangels wirksameren Alternativen eingesetzt, die zu den drastisch wirkenden Therapieverfahren zählen. Hier sei insbesondere das Blistern genannt.
Die heutige wissenschaftlich orientierten Medizin weiß um das korrespondierende Verhältnis zwischen der Haut, den tieferen anatomischen Strukturen und auch den inneren Organen. Genau darauf baut das Baunscheidtverfahren und seine Theorie mit einem sehr großen Therapiespektrum auf.
Diesen, dem Baunscheidtismus zugrundeliegende Gedanken, hat die ATM weiterentwickelt. Mit vielen Mitteln und Methoden werden so über die Haut die darunter liegenden und auch entferntere Körperstellen, oberflächlich wie auch tiefgehend, behandelt. Alle Strukturen des Körpers können so erreicht werden.
Es sind leicht durchzuführende, effektive und zeitgemäße Methoden, die aufgrund ihres Umfangs einen großen Teil Ihres Therapieportfolios ausmachen werden.
Peloide und andere Wirkstoffe
Peloide, die Schlammartigen (griechisch pelos=Schlamm, eidos=Gestalt), sind Heilmittel des Bodens wie Schlick, Lehm, Löss, Heilerde, Kreide.
Schon seit der Antike sind sie in der Balneologie vor allem für äußerliche Anwendungen bekannt. Die Anwendung von Wickeln und Auflagen mit diesen Substanzen hat auch in der Tierheilkunde lange Tradition. Neben thermophysikalischen Effekten über Hitze und Kälte kommen die chemischen und pharmakologischen Wirkungen aufgrund ihrer Inhaltsstoffe gut zur Geltung. Oft ist es aber die Kombination mehrerer Reiztherapien, die den besten Effekt erzielt.
Wickel und Auflagen setzen unspezifische Reize und bewirken sowohl lokale als auch ganzkörperlich positive Veränderungen. Diese unterstützen den Gesundungsprozess bei akuten und chronischen Erkrankungen des Bewegungsapparates, des Magen-Darm-Traktes, des Atmungssystems, der Haut, bei Verletzungen und Wunden sowie vielen weiteren Beschwerden. Die Peloide, aber auch viele weitere Stoffe, die in dem Kurs vorgestellt werden, lassen sich nach dem Prinzip der Reflexologie einsetzen, um eine ferne Wirkung zu erzielen. Im Rahmen einer Konstitutionstherapie lassen sich die Peloide und andere Wirkstoffe als ergänzende Maßnahme in die gesundheitsfördernden Konzepte eingliedern.
Der Kurs verbindet Live-Online-Fachunterricht, fachpraktische Live-Meetings und praktische Anwendung im Präsenzpraktikum. Dabei werden auch lokale traditionelle Anwendungen von Peloiden und weiteren Stoffen vorgestellt. So werden bei Erkrankungen des Bewegungsapparates oft Peloide wie Moor eingesetzt, das durch seinen Gehalt an Huminsäuren hervorsticht. Bei Hautproblemen kommen ebenfalls Peloide zum Einsatz, hier die Schlicke oder Heilerden. Aber auch pflanzliche Materialien wie Bockshornklee oder Lein mit ihren speziellen Schleimstoffen sind wirksame Mittel, um oft langwierige Beschwerden zu lindern. Auch so scheinbar einfache Mittel wie Zwiebelschalen, Kohlblätter oder Quark bestechen durch ihre entzündungshemmende Wirkung. Beinwell kann hervorragend die Knochenheilung unterstützen und den unangenehmen Schmerz bei Traumen lindern. Hervorzuheben ist auch der Manuka-Honig, der gegen viele resistente Keime wirksamer ist als ein gängiges Antibiotikum. So ist er bei schwierigen Wundheilungen mitunter der Retter in der Not. Dennoch nutzen wir in der Praxis nicht alle diese Eigenschaften der Peloide. Ausschlaggeben ist ihr durch Wärme und Kälte auf die Haut ausübender Reiz, der als Reflex für verschiedene ganzheitliche und gesundheitliche Konzepte verwendet wird. Peloide können durch Kombination mit Reflexologie, Kneipp-Therapie sowie verhaltensmedizinischen Gedanken sogar holistische Paradigmen gut bedienen.
Kneipp- und Wickelverfahren
Kneipp- und Wickeltherapien sind zwei weder beliebte noch bekannte Therapiemöglichkeiten bei Tieren, die sehr hohes Potential haben, aber unterschätzt sind.
Das ist erstaunlich, weil es sich genau bei diesen um die wichtigsten naturheilkundlichen Therapien im Humanbereich handelt.
Die Wasseranwendung und die Bewegungsempfehlungen sowie dazu passende Kräuterempfehlungen stellen den wichtigsten Teil der Naturheilkunde dar. Sie sind als Kneippen sogar 2015 ins Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Diese Therapie wirkt als eine Reiztherapie, die gewünschte Gegenreaktionen des Körpers mobilisiert, um Widerstandskräfte zu stärken. Besonders wird sie bei Herz-Kreislauf-Beschwerden, bei orthopädischen Problemen und bei Abwehrschwäche sowie in der Rekonvaleszenz empfohlen.
Der Kurs „Kneipp- und Wickel-Therapien für Tiere“ verbindet Live-Online-Fachunterricht, fachpraktische Live-Meetings und praktische Übungen in den Präsenzpraktika. Im direkten Austausch werden Anwendungsgebiete besprochen, praktische Vorgehensweisen erläutert und Fragen unmittelbar geklärt – besonders rund um Wickel. Auch phytotherapeutische Zusätze werden gemeinsam eingeordnet: Du erfährst, in welchen Situationen sie sinnvoll eingesetzt werden können. Die Durchführung dieser Therapie hängt von den vor Ort vorhandenen Ressourcen ab. Für Hunde lassen sich kleine Anlagen bauen oder örtliche Gegebenheiten nutzen. Für Pferde ist eine aufwändigere Infrastruktur nötig, wobei sich bei einer Fahrpraxis auch sehr viele Anwendungen vor Ort durchführen lassen.
Kneipp-Kuren lassen sich ideal mit der Peloid-Therapie kombinieren und haben auch für Tierhalter einen hohen Unterhaltungswert, wodurch diese Therapie auch für die Bewegung und Beschäftigung, das Spiel und die Erlebnispädagogik attraktiv wird.
Triggerpunkte & Dry Needling
Myofasziale Triggerpunkte sind laut Literatur im Humanbereich die häufigste Ursache für chronische Schmerzen im muskuloskelettalem Bereich.
Auch bei Pferden können Triggerpunkte große Auswirkungen haben. Was Triggerpunkte sind, welche Bedeutung sie im Veterinärbereich haben und wie sie fachlich eingeordnet werden, wird im Live-Unterricht und in fachpraktischen Meetings mit direktem Austausch vermittelt.
Dabei werden relevante Methoden zur Behandlung von Triggerpunkten sowie zugehörige Nadeltechniken besprochen und auf die praktische Anwendung bezogen. Die Triggerpunkte werden außerdem in Verbindung zu Akupunkturpunkten und manuellen Therapien gesetzt. Auch apparative Verfahren zur Triggerpunktbehandlung werden thematisiert.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Methode „Dry Needling“ am Pferd. Handhabung, Vorgehensweise und ausgewählte zu behandelnde Strukturen werden im Unterricht, in fachpraktischen Formaten und in den Präsenzpraktika erläutert, demonstriert und eingeübt.
Systemisch wirkende Verfahren
Aderlass
Ein Blutentzug in Form des Aderlasses ist eine der ältesten Therapien der Welt und eine von wenigen aus der Vergangenheit, deren Wirkung heute durch die Wissenschaft nicht angezweifelt wird.
Wegen der Popularität des Aderlasses entstanden in deren Geschichte unzählige Modifikationen und gerade auch in der Tierheilkunde „heroische Kuren“, die später als die medizinische Zeit des Vampirismus bezeichnet wurden. Den Versuch von Erklärungen der Wirksamkeit durch die sog. Säftelehre, die auf die Zusammensetzung der gesunden Verhältnisse zwischen Gelber Galle, Schwarzer Galle, Blut und Schleim beruhte, belächelt die Wissenschaft noch heute.
Die Folge war, dass sich Ende des 19. Jahrhunderts die moderne Medizin vom Aderlass abwendete. Lediglich in der Pferdeheilkunde überdauert dieser bis heute.
Durch wissenschaftliche Erkenntnisse zur Physiologie, speziell zum Wissen über die Blutzirkulation in der Endstrombahn und der Rheologie des Blutes, konnte man eine empirisch belegte Wirksamkeit nachvollziehen und auch neue Indikationen herausfinden. Eine interessante Erkenntnis ist, dass auch der Aderlass eine systemische lokale Wirkung hat und nicht verkompliziert werden muss wie in der Vergangenheit, z.B. durch die methodische Überlegung zur Derivation und Revulsion.
Der korrekt durchgeführte Aderlass führt dem Körper weder Arzneimittel zu, noch hat er nennenswerte Nebenwirkungen. Das schafft heute kaum eine systemisch orientierte medizinische Therapie. Die Wirksamkeit ist beim Pferd wesentlich höher als bei anderen Haustieren und übertrifft bei Weitem deren Wirksamkeit am Menschen. Speziell bei Hund und Katze gibt es nur wenige oder kaum sinnvolle Indikationen, die den schwer durchführbaren Aderlass bei diesen Tieren rechtfertigen würden.
Beim Pferd dagegen wird der Aderlass noch heute vor allem bei hohem Hämatokritwert, bei Polyglobulie oder bei herzbedingtem Lungenödem besonders von älteren Tierärzten praktiziert.
In der Tiernaturheilkunde gehört der Aderlass heute zu den wichtigen therapeutischen Maßnahmen des Tierheilpraktikers, wobei er andere Indikationen verfolgt. Speziell setzt er ihn ein gegen Schmerzen bei orthopädischen Erkrankungen, bei idiopathischem Leistungsabfall, chronischen Ödemen aller Art, lokalen entzündlichen Prozessen und besonders bei älteren Tieren als revitalisierende Maßnahme.
In Zusammenarbeit mit einem Tierarzt lässt sich die Wirkung mit verschiedenen vasoaktiven und die Rheologie des Blutes beeinflussenden Kräutern (diese sind nicht als Tierarzneimittel zugelassen) noch weiter verbessern. Die Effektivität und Nebenwirkung dieser Therapie beim Pferd kann bei dafür entsprechend ausgebildeten Tierheilpraktikern das Arsenal an Therapien sinnvoll ergänzen.
Aromatherapie
Man versteht unter Aromatherapie die Anwendung flüchtiger ätherische Öle zur Beeinflussung des Wohlbefindens, von psychischen Zuständen und Linderung von Krankheiten.
Die Applikation erfolgt unter Berücksichtigung der Tierart und des Alters der Tiere überwiegend aerogen. Über die Aromatherapie als Teil der Phytotherapie gibt es heute ausreichend wissenschaftlich belegte Literatur, die weit entfernt von Esoterik ist. Vielmehr ist die Aromatherapie eine therapeutische Verwendung von Duftstoffen zur Heilung, Linderung oder Verhinderung von Krankheiten und/oder Infektionen. Es gibt beispielsweise Öle, die antiseptische Wirkung besitzen wie Thymian, Salbei, Melisse, die atemanregend wirken wie Minzöl oder Anisöl, die Bronchen erweitern wie Cajaput, Eukalyptus, Niuoli und antiphlogistisch wirken wie Kamillenöl oder auch flüchtige Öle, die Insekten vertreiben. So gesehen gibt es die ganze medizinische Apotheke, um irgendetwas zu unterdrücken oder zu fördern. Es geht aber auch anders, nämlich von der gesamten Regulation des Körpers nach holistischen Prinzipien bis hin zu Konditionierungsmöglichkeiten, also anstelle eines Klicks einen Duft zu setzen.
Der Kurs „Aromatherapie“ weist Ihnen den Weg ins Grundwissen über die Wirkstoffe der ätherischen Öle, über ihre flüchtigen Eigenschaften und klärt Sie über deren pharmazeutisch-medizinischen Eigenschaften auf. Die Eliminationszeit von verschiedenen Wirkstoffen, die in den Ölen vorkommen, ist von Tier zu Tier unterschiedlich. Aus diesem Grund ist auch die Anwendung nicht immer harmlos und geht mit der Humananwendung nicht automatisch analog! In diesem Kurs stehen Live-Online-Fachunterricht und fachpraktische Meetings mit direktem Austausch im Mittelpunkt. Behandelt wird insbesondere der Einsatz von Aromen bei Erschöpfungs- oder Angstzuständen, Konzentrations- und Lernstörungen sowie depressiven Stimmungszuständen von Tieren. In diesem Zusammenhang lernst du die jeweils relevanten ätherischen Öle und ihre Anwendungsmöglichkeiten kennen.
Kinesiologie
Dieser in deinem Lehrgang integrierte Kurs erklärt die Entstehung der Kinesiologie und deren Weiterentwicklungen, darunter auch die „Angewandte Kinesiologie“ (kurz AK genannt), …
… die Applied Kinesiology arbeitet mit dem kinesiologischen Muskeltest. Die Abfragemöglichkeiten der kinesiologischen Austestung werden im Live-Online-Fachunterricht und in fachpraktischen Meetings anhand des Kinesiologie-Baumes erklärt, gemeinsam eingeordnet und durch anschauliche Beispiele unterstützt.
Im Unterricht lernst du zentrale Grundlagen kennen, darunter Bezüge zur Traditionellen Chinesischen Medizin, zum Yin-Yang-Modell und zu den Meridianen. Schritt für Schritt wird gezeigt, wie eine kinesiologische Austestung aufgebaut ist, welche Fragestellungen möglich sind und wie ein vollständiger Testablauf aussehen kann.
Da Applied Kinesiology auch energetische Arbeit umfasst, werden Übungen zum eigenen Energieausgleich in den Live-Formaten demonstriert und gemeinsam durchgeführt. Dabei hast du Raum für direkte Fragen, praktische Einordnung und Austausch. Auch Chancen und Grenzen der kinesiologischen Austestung werden gemeinsam besprochen.
Pharmakologisch / biologisch wirkende Therapien
Mykotherapie
Mykotherapie ist die Anwendung von Pilzen zu Heilungszwecken und zur Prävention. Sie hat sich ursprünglich aus der Phytotherapie entwickelt, weil Pilze bis zum Jahre 1960 den Heilpflanzen zugeordnet waren.
Aktuell geht man davon aus, dass es etwa 1,5 Millionen Arten von Pilzen gibt. Sie alle sind im eigentlichen Sinne weder echte Tiere noch echte Pflanzen. Etwa 180 Pilze davon können bei Menschen und Tieren Krankheiten verursachen. Pilze sind nicht nur Nahrungsmittel, sondern können durch ihre heilenden Eigenschaften auch bei Krankheiten gute Dienste leisten. Sie werden in der Human- und Tierheilkunde eingesetzt.
Im Rahmen deines Hauptlehrgangs zum Tierheilpraktiker erhältst du ausführlichen Live-Online-Fachunterricht und fachpraktische Meetings mit Referenten zu diesem Thema. Dabei bekommst du eine Einführung in die Mykotherapie bei Tieren und einen Überblick über Aufgaben und Funktionen von Pilzen im Kreislauf der Natur.
Rechtliche Aspekte zur Anwendung von Vitalpilzen und Vitalpilzprodukten werden im Unterricht behandelt und gemeinsam eingeordnet. Außerdem geht es um Qualitätskriterien der Pilzzucht, Verarbeitung und Endprodukte sowie um Funktion, Inhaltsstoffe und Wirkweise wichtiger Vitalpilze für Tiere.
Anschließend werden die für Hunde, Katzen und Pferde besonders relevanten Vitalpilze einzeln betrachtet – mit Informationen zu Vorkommen, Aussehen, Besonderheiten, Inhaltsstoffen und Wirkweisen. Auch Anwendungsmöglichkeiten, Dosierungen, Indikationen und Gegenanzeigen werden besprochen.
Vitalpilze können nach Prinzipien der Traditionellen Chinesischen Medizin, aber auch nach konstitutionellen und ganzheitlichen Ansätzen eingesetzt werden, die sich am bio-psycho-sozialen Modell orientieren.
Vitalhonig
„Speise der Götter“, Superfood, flüssiges Gold – die Bezeichnungen für Honig sind mannigfaltig. Bienenhonig und andere Bienenprodukte wie Pollen, Gelee Royale oder Propolis werden schon seit Jahrtausenden …
… von Menschen zur Behandlung bei unterschiedlichsten Erkrankungen angewendet. Wer hat nicht schon von den guten Erfolgen mit Manukahonig in der Wundheilung gehört. Früher basierte dieses Wissen ausschließlich auf Erfahrung, heute gibt es klinische Studien, welche die Wirksamkeit von Honig und anderen Bienenprodukten beweisen.
Im Live-Online-Fachunterricht und in fachpraktischen Meetings lernst du die Biene, ihren Lebensraum und ihre beeindruckende Leistung bei der Herstellung unterschiedlicher Bienenprodukte kennen. Du erfährst, wie diese Produkte entstehen, in welchem therapeutischen Rahmen sie im Veterinärbereich sinnvoll eingesetzt werden können und wo die Grenzen von Honig oder Propolis in der Anwendung bei Tieren liegen.
Da Honig vor allem in Kombination mit Wickeln und Verbänden eine Rolle spielt, wird seine Anwendung auch in diesen Zusammenhängen fachlich eingeordnet und besprochen.
Symbioselenkung
Die intestinale Mikrobiota beeinflusst schon vom ersten Lebenstag an die Entwicklung und Gesundheit des Tieres. Sie ist eine sehr aktive Organisation aus vorrangig verschiedenen Bakterien, …
… die sich überwiegend als Kommensale bestmöglich unterstützen. Der Körper und die intestinalen Mikrobiota brauchen sich gegenseitig und unterstützen sich im besten Fall. Fühlen sich die vielen winzig kleinen Mitbewohner im Darm wohl, kann das Tier großen Nutzen daraus ziehen. Das Ökosystem im Darm unterstützt sowohl die Verdauung als auch das Immunsystem, das Nervensystem, die Haut und die Funktion einzelner Organe. Die Bakterien produzieren lebenswichtige Vitamine, antimikrobielle und antivirale Substanzen, hemmen Entzündungen und beeinflussen die Verstoffwechselung von Medikamenten. Zudem stehen eine Reihe von Erkrankungen mit einer veränderten intestinalen Mikrobiota und deren Stoffwechselprodukten in Verbindung. Manchmal fallen nur Veränderungen wie stumpfes Fell, gelegentlicher Juckreiz oder eine Bindehautentzündung auf, doch die Ursache sitzt nicht selten tiefer. So lassen sich Magen-Darm-Probleme, Allergien, rezidivierende Infekte, Blasenentzündungen, Diabetes mellitus, ausgeprägte Ekzeme oder Leber- und Nierenerkrankungen über eine Optimierung des Mikrokosmos im Darm positiv beeinflussen.
Die Zusammensetzung der Darmbakterien verändert sich ständig. Dabei spielen Faktoren wie Alter, Umfeld, Fütterung und bestehende Erkrankungen eine wichtige Rolle. Entscheidend für dieses sensible Zusammenspiel ist auch die Darmbarriere mit ihrer schützenden Schleimschicht. Ist sie gestört, kann ein „Leaky Gut“ entstehen, bei dem der Körper vermehrt mit pathogenen Keimen und belastenden Substanzen wie Ammoniak oder Histamin konfrontiert wird.
Der Schutz und die Wiederherstellung einer stabilen Darmbarriere können daher in vielen Therapiekonzepten eine wichtige Rolle spielen. Dieses Wissen wird im Live-Online-Fachunterricht, in fachpraktischen Meetings und im direkten Austausch mit erfahrenen Experten vermittelt.
Pflanzentoxine
Einige der zu Heilzwecken eingesetzten Pflanzen sind Giftpflanzen. Sie können ihre heilende Wirkung nur in ausreichend geringer Menge entfalten, denn „Die Dosis macht das Gift“.
Was passiert, wenn Tiere bestimmte Pflanzen in größeren Mengen aufnehmen? Im Live-Online-Fachunterricht und in fachpraktischen Meetings werden wichtige Giftpflanzen, enthaltene Toxine und ihre Wirkung gemeinsam eingeordnet. Du lernst zentrale Toxin-Gruppen kennen, erfährst, in welchen Pflanzen sie vorkommen, welche Hauptwirkungen sie haben und welche therapeutischen Maßnahmen berücksichtigt werden können.
Anschließend stehen besonders relevante Giftpflanzen im Fokus, vor allem solche, die in der Ursachenstatistik von Nutztiervergiftungen eine große Rolle spielen. Giftige Weideunkräuter, Ziersträucher und Zimmerpflanzen werden mit Blick auf Ätiologie, Toxine, Wirkung, Klinik, Pathologie, Diagnostik und Prognose besprochen.
So lernst du, Vergiftungssymptome besser einzuordnen, Risiken für unterschiedliche Tierarten einzuschätzen und Prophylaxe sowie mögliche Reaktionen im Ernstfall fachlich zu verstehen.
Manuelle und physikalische Verfahren
Kinesiologisches Taping
Die bunten Pflaster, die asiatische Sportler Anfang der 90-er Jahre an verschiedenen Körperstellen auf der Haut getragen haben, weckten weltweites Interesse, auch bei den Tiertherapeuten.
Diese Pflaster sollten bei Sportverletzungen nicht der Immobilisierung dienen, wie das sonst in der Orthopädie üblich war, sondern zur Mobilisierung des Stütz- und Bindegewebes führen. Die erkrankte Stelle sollte also stabilisiert werden, ohne die Beweglichkeit einzuschränken.
Die klebenden Tapes auf den Haaren bei Tieren bewegen die Haut gegen das darunterliegende Gewebe, was zu einem Reiz auf die verschiedenen Berührungs-, Schmerz- und Temperaturrezeptoren führt sowie eine Schmerzreduktion und bessere Durchblutung bewirkt. Auch entlastet das Tape das geschädigte Gelenk, den Muskel und das Band. Vermutlich wirkt es auch reizend auf die Meridiane und die darauf liegenden lokalen Akupunkturpunkte.
Das kinesiologische Taping soll seine Wirkung bei Muskelverletzungen, Gelenktraumen, Arthrosen, Sehnenerkrankungen, Bandverletzungen und Ödemen, aber auch bei Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule am besten zeigen, selbst wenn dessen Wirksamkeit nicht nachgewissen ist. Im nicht orthopädischen Bereich wird Taping bei Lymphödemen, Aszites und Nervenerkrankungen eingesetzt.
Bevor das Taping zum Einsatz kommt, untersuchen die Therapeuten ihre Patienten, um Befunde und individuelle Beschaffenheiten der Gewebe und Symptome zu erfassen. Tiere, die eine starke Behaarung haben, sind weniger für die Behandlung geeignet, es sei denn, die Tierhalter sind mit der Kürzung der Haare einverstanden.
Je nachdem, welche Wirkung gewünscht wird, z.B. zur Detonation, wird vom Ansatz des Muskels zum Ursprung geklebt, bei schwachen Muskeln umgekehrt. Auch für Faszien, Sehnen, Bänder, Lymphe und sogar Narben gibt es spezielle Klebetechniken und bevorzugtes Material. Die verschiedenen Farben beim Taping resultieren aus der Vorstellung, dass eine Farbe eine bestimmte elektromagnetische Wellenlänge des Lichts absorbiert und zusätzlich ähnliche aus der Lichttherapie bekannte Wirkungen vor Ort entfaltet.
Bei der Anwendung am Rumpf werden die starke Segmentierung und die kutiviszeralen Reflexe genutzt, um Organe wie Leber, Niere, Lunge, Geschlechtsorgane usw. zu beeinflussen.
Das benutzte Material ist für Tiere nicht anders als für Menschen und besteht aus Elastan, Baumwolle und Viscose, dessen Dehnbarkeit liegt bei 130-140 % ihrer ursprünglichen Länge.
Die Taping-Technik ist vor allem für Tierphysiotherapeuten, Osteopathen und THP, die auf Sport spezialisiert sind, von Nutzen.
Isometrische Übungen Clickertraining
In der Praxis des Tier-Physiotherapeuten sind verschiedene Manuelle Techniken in der Anwendung. Keine davon ist aber für eine aktive Mitarbeit der Tiere gedacht.
Daher ist eigentlich nur die passive Bewegung der Gelenke am Tier möglich, ohne dass sich bestimmte Muskeln, die man fordern möchte, anspannen lassen. In der Humanphysiotherapie besteht das Problem natürlich nicht, weil die Patienten dem Therapeuten Folge leisten und gegen den Widerstand des Therapeuten, z.B. mit ihrem Arm, drücken. Das lässt sich nicht vom Tier erwarten und muss erst trainiert werden. Ein professioneller Trainer kann immer eine Methode finden, wodurch das Tier schnell und ohne Strafen die vom Physiotherapeuten gewünschte Bewegung lernt. Das Problem ist, dass Tiere ausgerechnet diese Übungen nicht so einfach lernen, sodass der wenig im Training Geübte ohne entsprechende Erfahrung und ohne professionelle Hilfe nicht weiterkommt. Bestimmte Übungen können durch Gewichte, die während der Therapiestunde an den Gliedmaßen angebracht werden, zur aktiven Arbeit des Tieres führen, was zwar einfach zu realisieren ist, aber nur einen kleinen Bereich des Bedarfs in der Praxis abdeckt.
Ziel des Kurses ist es, nicht nur zu zeigen, welche aktiven Übungen es mit Tieren überhaupt gibt, sondern auch als Tier-Physiotherapeut zu lernen, wie man diese mit dem Tier trainiert. Wir haben uns für das Clickertraining entschieden, weil dies tatsächlich die effektivste und leichteste Aufgabe ist, die zum Ziel führt.
Ohne bestimmte Erfahrungen mit der Erziehung und dem Training des Tieres sollte man zum Erlernen des Clickertrainings für Isometrische Übungen deutlich mehr Zeit einplanen.
Meridiantherapie
Die AMM, Akupunktur Meridian Massage, ist eine sanft regulative komplementärmedizinische Methode, angelehnt an die Grundprinzipien der Akupunktur aus der Traditionellen Chinesischen Medizin.
Besonderen Einfluss hat die AMM bei Tieren, die zu Nervosität und Unruhe neigen. Hier zahlen sich die sanften Striche der unterschiedlichen Methoden der AMM besonders aus. Auch bei Tieren, die möglicherweise eine Nadelakupunktur nicht tolerieren, kann die AMM erfolgreich eingesetzt werden. Wenn die durch die AMM gesetzten Reize zur Regulation allein nicht ausreichend sind, kann sie mit unterschiedlichsten Methoden kombiniert werden. Berücksichtigt werden muss allerdings immer die individuelle Situation des zu behandelnden Tieres.
Lymphtherapie
Hierbei handelt es sich um eine auf manuelle Techniken basierte Behandlung zur Entstauung von Lymphödemen, die vor allem durch Traumata, Operationen oder Erkrankungen entstanden sind.
Die Wirkung der ML beruht auf dem interstitiellen Druckaufbau, aber auch auf die Sogwirkung, welche durch bestimmte Griffe entsteht.
Bereits seit den 1970-er Jahren ist die Lymphdrainage in der Humanmedizin von den Krankenkassen anerkannt und deren Wirksamkeit in diversen Studien nachgewiesen und festgehalten.
Dirk Berens entwickelte in Anlehnung an den Humanbereich die Lymphdrainage beim Pferd, die auch bei anderen Tierarten Anwendung finden kann. Im Live-Online-Fachunterricht und in fachpraktischen Meetings werden das komplexe Lymphsystem, seine Bestandteile und Wirkmechanismen anschaulich vorgestellt.
Nach der Einordnung möglicher Pathologien des Lymphsystems lernst du verschiedene Lymphdrainagetechniken kennen und erfährst, welche Materialien dabei eine Rolle spielen können. In einem kostenpflichtigen Sonderpraktikum werden interessierten Teilnehmern wichtige diagnostische und therapeutische Methoden praktisch gezeigt und die Techniken unter fachlicher Anleitung geübt.
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