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JKK - Jakobskreuzkraut: Tötet Pferde und macht Weiden wertlos!

Jakobskreuzkraut - für Pferde giftig! T. Brandes Jakobskreuzkraut - für Pferde giftig!

Jakobskreuzkraut: Tötet Vieh und macht Weiden wertlos

Das, was da im Sommer so schön gelb auf den Wiesen blüht, ist bei genauerem Hinsehen nicht Rainfarn oder Johanniskraut, sondern immer öfter das hier in Deutschland eigentlich nicht heimische Jakobskreuzkraut.

Besonders auf intensiv genutzten Flächen – wozu vor allem Pferdeweiden gehören – siedelt sich das gelbe Kraut an. Was viele nicht wissen: die Pflanze ist in allen Teilen für Säugetiere höchst giftig! Die Alkaloide der Pflanze (Jacobin, Secesionin, Retrosin, u. a.) sind schon in jungen Trieben enthalten, jedoch sind die Blüten die größte Gefahr. „Meine Pferde/Rinder/Schafe fressen das nicht“, hört man immer wieder. Aber das ist genauso falsch wie gefährlich für alle anderen Tiere der Region. Denn erstens wirkt das Gift des Jakobskreuzkrauts nicht nur akut toxisch, sondern auch kumulierend, d. h. nach und nach addiert sich der Schaden. Zweitens fressen auch Pferde sehr wohl die Pflanze – besonders junge Tiere nehmen die Pflanze häufig im Rosettenstadium auf und auch Tiere, die auf Weiden mit mangelndem Bewuchs stehen und daher oft hungrig sind, gehen irgendwann an das Kraut. Zudem sorgt diese oft sorglose und damit absolut fahrlässige Haltung von Pächtern/Verpächtern bei Jakobs-Kreuzkraut-Befall der Weide für eine weitere, weitflächige Vermehrung der hochgiftigen Pflanze.

JKK: die Pflanze und ihre Giftstoffe

Jakobs-Kreuzkraut gehört zu den Korbblütlern. Die mehrjährige Pflanze kann bis zu einem Meter hoch werden und blüht meist zwischen Juli und August. Die Blätter sind fiederteilig, die Seitenzipfel rechtwinklig abstehend, zerriebene Blätter riechen widerlich. Die Blüten sind leuchtend gelb, es handelt sich um Zungen- oder Röhrenblüten in 15 bis 20 mm breiten Körbchen. Die Pflanze kann viele Tausend Samen bilden.

Die Alkaloide der Pflanze sind schwer lebertoxisch, bei akuten wie auch chronischen Vergiftungen gibt es kaum Therapiemöglichkeiten. Der Leberschaden ist meist irreparabel. Weil er häufig schon sehr lange besteht (kumulierende Wirkung), sind oft auch die Nieren und andere Organe betroffen. Ein besonderes Problem besteht auch dadurch, dass die Pflanze oft auf Weiden steht, die der Heugewinnung dienen. Leider werden durch den Trocknungsprozess die Alkaloide nicht zerstört. Heu und auch Silage, die mit Jakobs-Kreuzkraut kontaminiert sind, können zur Viehfütterung also auf keinen Fall verwendet werden. In Silage und Heulage bauen sich – entgegen anderslautenden Behauptungen – die Toxine nicht ausreichend ab!

Symptome bei Jakobskreuzkraut-Vergiftung

Besonders Pferde reagieren sehr empfindlich auf Jakobskreuzkraut. Vergiftungssymptome beim Pferd sind:

  • - nachlassende Kondition
  • - Gewichtverlust durch Futterverweigerung
  • - Koliken
  • - Verstopfungen oder blutiger Durchfall
  • - häufiges Gähnen
  • - zielloses Umherwandern
  • - unkoordinierte Bewegung
  • - Lecksucht
  • - Photosensibilität
  • - Ikterus der Bindehäute
  • - Blindheit, hepatisches Koma, Tod

Im Blutbild lässt sich eine mittlere bis starke Erhöhung der Leberwerte feststellen.

Bekämpfung von Jakobskreuzkraut

Ist also eine Weide mit Jakobs-Kreuzkraut (auch nur dünn) besiedelt, darf sie nicht mehr als Weide oder zur Heu-/Silagegewinnung genutzt werden. Um es klar zu sagen: solche Flächen sind absolut wertlos, weil sie ohne Sanierung zu nichts mehr zu gebrauchen sind!

Nur Mähen reicht nicht, um dem unerwünschten Kraut den Garaus zu machen, da auch die jungen Triebe bereits Giftstoffe enthalten. Die Pflanzen werden am besten einzeln ausgestochen und verbrannt. Wie wichtig die Bekämpfung ist, zeigt, dass viele Länder (z. B. England, Irland, Schweiz) bereits gesetzliche Bekämpfungsgebote erlassen haben. Weil die Pflanze so viele Samen bildet und diese über weite Strecken in der Luft befördert werden können, müssen auch Pflanzen an Weg- und Weidenrändern beseitigt werden. Es ist unbedingt erforderlich, auftretende Pflanzen des Jakobskreuzkrautes zu vernichten oder zu mähen und das Mähgut von den Grünlandflächen zu entfernen, ehe die Pflanzen zur Blüte und Samenreife kommen. Auch extensiv genutzte Flächen und Pferdeweiden sind unbedingt sorgfältig zu pflegen: Trittschäden sind zu vermeiden (der Besatz ggfls. zu verkleinern), im Frühjahr muss die Weide abgeschleppt oder gestriegelt und anschließend nachgewalzt werden. Teilflächen sind nachzumähen und eine regelmäßige Übersaat und Nachsaat mit Grassamen, um Lücken im Bestand zu schließen, ehe sich das Kreuzkraut dort ansiedeln kann, ist obligat.

Eine chemische Bekämpfung ist nur begrenzt möglich. Man sollte die Pflanzen bekämpfen, wenn sie ca. 20 cm hoch sind. Eine Teilwirkung haben Kombinationen der Wirkstoffe MCPA + 2,4 D (z. B. 2,0 l/ha U 46 M Fluid, 2,0 l/ha U 46 D Fluid). Die Wirkung ist keine vollständige, aber wenn der Besatz mit Jakobskreuzkraut anders nicht mehr zu bekämpfen ist, muss man handeln. Gegebenenfalls kann man auch eine Einzelpflanzenbekämpfung mit der Rückenspritze durchführen, wenn es sich nur um Unkrautnester handelt.

Auch nach einer Behandlung sollte man, ehe wieder Tiere aufgetrieben werden, die Fläche mähen und das Mähgut abräumen und vernichten. Auf jeden Fall muss eine Nachsaat mit Grassamen folgen, um die durch die Spritzung entstandenen Lücken zu schließen.
Die Wartezeit von 28 Tagen, gültig beim Einsatz beider Mittel, gerechnet ab dem Tage der chemischen Behandlung bis zum Wiederauftrieb von Tieren auf die behandelte Fläche, muss unbedingt eingehalten werden.
Im Falle von Fragen kann man sich an den amtlichen Pflanzenschutzdienst wenden. (Quelle: Ministerium für Landwirtschaft Schleswig-Holstein)

Jakobskreuzkraut im Netz

Zur Bekämpfung der flächendeckenden Ausbreitung haben sich im Internet vielfältige Initiativen gebildet. Zentrale Informationen gibt es beim Arbeitskreis Kreuzkraut e. V.: http://www.ak-kreuzkraut.de/

ATM Akademie

Die ATM vermittelt ein solides Basiswissen in der klassischen Schulmedizin, eine Voraussetzung für jeden Gesundheitsberuf. Die Referenten sind Hochschuldozenten, Fachtierärzte und Humanmediziner mit erheblicher Praxiserfahrung, Tierpsychologen, Biologen und Apotheker. Erfahrene Heilpraktiker sowie anerkannte Experten aus dem Bereich der Naturheilkunde führen die Praktika im Schulungszentrum Bad Bramstedt durch.

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