Tiernaturheilkunde Lexikon

Pathophysiologie

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Pathophysiologie

Pathophysiologie: Die Ursachen für die Entstehung der Epilepsie sind noch weitgehend unbekannt. Man vermutet jedoch verschiedene Prozesse unter möglicher ursächlicher Beteiligung krankheitsbedingter, pharmakobedingter oder genetischer Einflüsse.

Als physische Ursache erkannt ist eine Dysbalance in der Verteilung oder Sensibilität von Rezeptoren der postsynaptischen Zelle. Neurotransmitter werden dadurch nicht gleichmäßig aufgenommen, was zu einer unregelmäßigen Weiterleitung der neuronalen Impulse führt. An der Entstehung und Ausbreitung dieser ungleichmäßigen Entladungen können ferner Defekte der Na+-Ionenkanälen oder Ca2+-Ionenkanäle beteiligt sein.

Auf biochemischer Ebene an der Entstehung epileptischer Anfälle beteiligt ist ein Ungleichgewicht der erregenden Neurotransmitter Glutamat oder Aspartat und des Gegenspielers, der inhibitorischen Überträgersubstanz GABA (= Gamma-Aminobuttersäure/ gamma-Aminobutyric acid) sowie Defekte in der Biosynthese, die zu einem gesteigerten Abbau oder zu einer Hemmung der Rezeptoren führen. Es kommt dadurch zu einer abnormen, langanhaltenden Depolarisation am Dendriten einer Nervenzelle und somit zu einer Generalisierung des Aktionspotentials. Die elektronische Fortleitung kann nicht unterbrochen werden und die Repolarisation zur Unterbrechung der elektrischen Ströme kann nicht rechtzeitig stattfinden. Die Folge ist ein Übermaß an elektrischen Impulsen in den Nervenzellen und es kommt zum epileptiformen bzw. epileptischen Anfall. Immer wieder auftretende Epilepsie-Anfälle führen zum Zelluntergang, was zur Beeinträchtigung einzelner Gehirnareale, Wesensveränderung, Gedächtnisverlust und anderen Symptomen führen kann.

Ursachen:

Primär nicht im Gehirn lokalisierte (extrakraniell):

  • Kreislaufregulationsstörungen
  • Stoffwechselstörungen (Schilddrüsenunterfunktion, Diabetes u.a.)
  • Psychisch bedingte Anfälle
  • Fieberkrämpfe
  • Infektionen (Staupe, Tetanus, FSME u.a.)
  • Lebererkrankungen und -anomalien
  • Nierenerkrankungen
  • Herzrhythmusstörungen
  • Vergiftungen

Primär im Gehirn lokalisiert (intrakraniell):

  • Hirnhautentzündungen
  • Gefäß-Anomalien
  • Degenerative Veränderungen (Speichererkrankungen)
  • Thiaminmangel
  • Schädelverletzungen
  • Tumore

Für Prognose und Therapie ist eine Differenzierung mit teils umfangreicher Diagnostik inzwischen auch bei Tieren möglich und für die Auswahl der Therapie hilfreich. Dazu gehören zunächst:

  • Ausführliche und weitzurückreichende Anamnese um eventuelle Schädeltraumata auszuschließen oder in Erwägung zu ziehen
  • Familiengeschichte falls bekannt zur Feststellung einer genetischen Disposition
  • Abgrenzung nicht im Gehirn lokalisierter (extracerebraler) primärer Ursachen durch hämatologische (Blut) und biochemische (Stoffwechsel) , sowie kardiologische (z. B. EKG) Untersuchung
  • Neurologische Untersuchungen

Gerätediagnostik bringt diagnostische Sicherheit, gehört bei Tieren aber nicht zu den Standarduntersuchungen, vor allem, weil sie sehr kostspielig ist. Für die Diagnose epileptischen Geschehens werden eingesetzt:

  • CCT (cerebrale Computertomatographie)
  • MRT o. MRI (Magnetresonanztomographie)
  • EEG (Elektrolytenzephalogramm): Messung von Gehirnströmen, am Tier sehr schwer durchführbar.
  • Untersuchung der Gehirnflüssigkeit (Liquor)

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